Vorratsdatenspeicherung: Knappe Mehrheit für Wiedereinführung

17. April 2015, 08:07
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Ältere und FPÖ-Wähler besonders stark dafür, Grüne und Neos-Wähler lehnen klar ab

Die knappe Mehrheit der Österreicher ist für die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts OGM. Demnach waren 56 Prozent für eine Neuauflage der vom Verfassungsgerichtshof aufgehobenen Maßnahme, 29 Prozent dagegen. Besonders hoch ist die Zustimmung bei Älteren und bei FPÖ-Wählern.

Parteien

Diese waren zu 76 Prozent für die Wiedereinführung, nur elf Prozent lehnten sie ab. Die ÖVP-Wähler konnten sich zu 67 Prozent dafür erwärmen, 21 Prozent waren dagegen. Die SPÖ-Klientel ist rund zur Hälfte (51 Prozent) dafür. Bei den Grünen dagegen überwog die Ablehnung bei weitem, nur 18 Prozent standen einer Neuauflage positiv gegenüber, 70 Prozent waren dagegen. Ähnlich bei den Neos mit 26 Prozent pro und 65 Prozent kontra. Die Differenz zu den 100 Prozent macht jeweils die Antwort "weiß nicht/keine Angabe" aus. Zu berücksichtigen gilt es aber, dass die Zahl der deklarierten Wähler in der Gruppe der Befragten je nach Partei sehr klein war (zwischen 29 und 89 Personen).

Gefälle

Ein Altersgefälle zeigt sich deutlich in der Position zur Vorratsdatenspeicherung: Die Generation 50 plus ist zu 64 Prozent dafür, die unter 50-Jährigen zu 51 Prozent, die unter 30-Jährigen nur zu 48 Prozent.

Die Umfrage wurde in der ersten Märzhälfte unter knapp 500 Personen durchgeführt. Seitdem hat die Debatte wieder an Fahrt aufgenommen, zumal in Deutschland mittlerweile einen neuen Anlauf fürs systematische Datensammeln plant. Die ursprüngliche EU-Richtlinie, auf der die nationalen Regelungen beruhten, war vom Europäischen Gerichtshof gekippt worden. Und auch in Deutschland hatte das Bundesverfassungsgericht das dortige Regelwerk aufgehoben.

Mahnende Worte

Verfassungsgerichtshof-Präsident Gerhart Holzinger hat inzwischen vor einem neuen Versuch gewarnt. Für ihn sind die Eingriffe in die Grundrechte schlicht zu gravierend. Die ÖVP indes, die sowohl Innenministerin als auch Justizminister stellt, erhofft sich von einer neuen, tunlichst verfassungskonformen Version Hilfe bei der Terroristenjagd. Bis zu ihrer Aufhebung wurde mit der Vorratsdatenspeicherung primär Kriminalität bekämpft. Sie kam gegen Diebe, Dealer und Stalker zum Einsatz - der WebStandard berichtete.

Das ist nach Ansicht von OGM-Chef Wolfgang Bachmayer auch ein Argument, das den Befürwortern wichtig ist. Er geht davon aus, dass nach dem Beschluss einer neuen Regelung in Deutschland die Zustimmung in Österreich noch deutlicher ausfallen könnte. (APA, 17.4.2015)

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    foto: apa/dpa/frank rumpenhorst
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