China: Sieben Jahre Haft Journalistin Gao Yu

17. April 2015, 06:12
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Soll "hochvertrauliches Dokument" an Kräfte im Ausland weitergegeben haben

Peking - Ein Pekinger Gericht hat die kritische chinesische Journalistin Gao Yu wegen Geheimnisverrats zu sieben Jahren Haft verurteilt. "Wir sind sehr enttäuscht", sagte Gaos Anwalt Shang Baojun am Freitag. Gao werde Berufung einlegen. Im Prozess war ein neues, strengeres Gesetz zum Schutz von Staatsgeheimnissen angewendet worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte Gao Yu vorgeworfen, ein "hoch vertrauliches Dokument" an Kräfte im Ausland gegeben zu haben. Beobachter meinten, es könne sich um das "Dokument Nr. 9" gehandelt haben. Darin wird vor den Gefahren einer Pressefreiheit nach westlichem Vorbild und universellen Menschenrechten gewarnt.

Die Journalistin, die bis 1999 wegen eines ähnlichen Vorwurfs sechs Jahre in Haft gesessen hatte, durfte in China schon lange nicht mehr publizieren. Gao schrieb aber für ausländische Medien wie den chinesischen Dienst des deutschen Auslandssenders Deutsche Welle. Der Sender hatte bis zuletzt auf die Freilassung der Journalistin gehofft. (APA, 17.4.2015)

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