CA Immo-Immofinanz: Übernahmeschlacht scheitert

17. April 2015, 08:30
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CA Immo war mit seinem Angebot für die Immofinanz mäßig erfolgreich

Wien/Frankfurt - Der österreichische Immobilienkonzern CA Immo hat mit seinem Angebot für den Konkurrenten Immofinanz nur wenig Erfolg gehabt. Der Konzern halte nun 6,08 Prozent an Immofinanz, teilte CA Immo am Freitag mit. CA Immo und der russische Immobilieninvestor Boris Mints hatten 2,80 Euro je Immofinanz-Aktie geboten - mit dem Ziel, weitere bis zu 13,5 Prozent der Papiere einzusammeln.

Bei der Veröffentlichung der Offerte hielt CA Immo bereits gut drei Prozent an Immofinanz. Vorstand und Aufsichtsrat von Immofinanz hatten das Angebot als zu niedrig abgelehnt. Die Angebotsfrist endete am Mittwoch.

Turbulenzen in Russland

Immofinanz ist auf Einkaufszentren und Bürogebäude in Deutschland, Österreich und Osteuropa spezialisiert. Zuletzt hatten dem Unternehmen Turbulenzen im mit Abstand wichtigsten Einzelmarkt Russland zu schaffen gemacht - was auch den Aktienkurs gedrückt hatte. CA Immo ist auf Bürogebäude in Deutschland und Österreich spezialisiert.

Die zwei Unternehmen liefern sich seit längerem einen Bieterwettkampf.Am Donnerstagabend hatte die an der Börse doppelt so hoch bewertete Immofinanz überraschend ihr geplantes "Gegenangebot" für 29 Prozent der CA-Immo-Anteile abgeblasen, das sie - als Reaktion auf ein Offert der CA Immo für ein Siebentel der Immofinanz - angekündigt hatte. Der 29-Prozent-Antrag wird auf der morgigen Immofinanz-HV nicht gestellt.

Als Grund für die überraschende Absage - das Sonder-Aktionärstreffen war eigens u.a. für diesen Punkt einberufen worden -, wird der für die nächste ordentliche HV der CA Immo übernächste Woche absehbare Beschluss einer Satzungsänderung genannt: Derzufolge wären bei der CA Immo für die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern künftig statt einer einfachen Mehrheit 75 Prozent der Stimmen nötig. Und dies würde nach allen Usancen einen Durchgriff auf Entscheidungen des Unternehmens fast unmöglich machen.

"Kein Kommentar"

AR-Abberufungen könne damit künftig der CA-Immo-Aktionär O1 Group Ltd. mit seinen 26 Prozent blockieren, so die Immofinanz in einer Ad-hoc-Mitteilung am Donnerstagabend: "Das Teilangebot für Aktien der CA Immobilien Anlagen AG wird daher nicht durchgeführt."

Zum weiteren Procedere, etwa ob es zu einem späteren Zeitpunkt doch noch einen neuen Anlauf geben könnte, hielt man sich auf Anfrage bedeckt: "Kein Kommentar." CEO Eduard Zehetner werde sich Freitagmittag auf der ao HV dazu äußern. Der CA-Immo-Sperrminoritätsaktionär O1 stand ebenso wie das Management der CA Immo dem geplant gewesenen Immofinanz-Gegenoffert von Anfang an ablehnend gegenüber. (APA, Reuters 17.4.2015)

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