Chrome schmeißt Java und Silverlight aus dem Browser

16. April 2015, 18:31
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Neue Version deaktiviert Plugin-Support - Android-Version mit Benachrichtigungen von Webseiten

Rund eineinhalb Jahre nach der ersten Ankündigung ist es nun so weit: Mit Chrome 42 deaktiviert Google die Unterstützung für klassische Plugins im eigenen Browser. Damit drängt der Softwarehersteller nicht zuletzt Java und Silverlight aus dem Web.

Obsolet

Google argumentiert hierbei vor allem mit Sicherheits- und Stabilitätsbedenken: Das alte Netscape Plugin API (NPAPI) halte aktuellen Ansprüchen einfach nicht mehr Stand. Zudem seien solche Plugins durch moderne Webstandards ohnehin längst obsolet geworden. Entsprechend rät man auch Webseitenbetreibern zu einer Aktualisierung falls sie noch immer auf eine der beiden Technologien setzen. So hatte etwa Netflix lange auf Silverlight gesetzt, bevor man auf HTML5 zum Video-Streaming umgestellt hat.

Ausnahmen

Flash ist von dieser Maßnahme übrigens nicht betroffen, dieses wird bei Chrome mitgeliefert, und verwendet eine andere, Google-eigene Schnittstelle. Ebenfalls keine Änderung gibt es für Linux-Nutzer, hier wurde beim Chrome der Plugin-Support schon vor einiger Zeit deaktiviert.

Auswege

Wer gar nicht ohne eines der betroffenen Plugins leben kann, kann dieses manuell wieder über eine versteckte Einstellung wieder aktivieren. Doch auch dies ist nur eine kurze Gnadenfrist, im September soll das der Plugin-Support ganz aus dem Code gestrichen werden. Neben Chrome plant auch Firefox die schrittweise Entfernung des Plugin-Supports.

Neues

Ansonsten sind in Chrome 42 zahlreiche Schnittstellen zur Entwicklung von Apps und Erweiterungen hinzugekommen. Auch die Stabilität und Performance sollen weiter verbessert worden sein. Dazu kommen nicht weniger als 45 Sicherheitsfixes.

Android

Parallel zur Desktop-Version von Chrome gibt es eine neue Android-Ausgabe des Browsers: Diese führt die Möglichkeit, sich von Webseiten per Benachrichtigung über Neuigkeiten informieren zu lassen, ein. Zudem wurde das Ablegen bevorzugter Webseiten auf dem Homescreen vereinfacht. (apo, 16.4.2015)

  • Chrome verabschiedet sich von der Unterstützung klassischer Plugins - davon ist auch Java betroffen.
    foto: andreas proschofsky / derstandard.at

    Chrome verabschiedet sich von der Unterstützung klassischer Plugins - davon ist auch Java betroffen.

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