Zahl antimuslimischer Taten nach Anschlägen von Paris stark gestiegen

16. April 2015, 17:14
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Beobachtungsstelle meldet 222 Übergriffe in drei Monaten

Paris - Nach den islamistischen Anschlägen in Paris Anfang Jänner mit 17 Todesopfern ist es zu einer massiven Zunahme muslimfeindlicher Übergriffe in Frankreich gekommen. In den ersten drei Monaten des Jahres seien 222 anti-muslimische Taten gemeldet worden und damit sechs Mal mehr als im Vorjahreszeitraum, erklärte die Beobachtungsstelle gegen Islamfeindlichkeit am Donnerstag in Paris.

Allein im Jänner gab es 178 muslimfeindliche Taten und Drohungen. Demnach wurden Muslime tätlich angegriffen, Schüsse auf Moscheen abgegeben und muslimische Einrichtungen und Geschäfte beschädigt oder beschmiert.

Mord an Karikaturisten

Zwei Islamisten hatten am 7. Jänner beim Angriff auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" zwölf Menschen erschossen, darunter die bekanntesten Zeichner des für seine islamkritischen Karikaturen bekannten Blattes. Ein Gesinnungsgenosse der beiden tötete in den folgenden Tagen eine Polizistin und bei einer Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt in Paris vier Menschen. Die drei Islamisten wurden schließlich bei Polizeieinsätzen erschossen.

Die Attentate könnten "in keiner Weise diesen Gipfel des Hasses oder der Rache gegen Franzosen muslimischen Glaubens rechtfertigen", erklärte nun der Leiter der Beobachtungsstelle, Abdallah Zekri, mit Blick auf den massiven Anstieg muslimfeindlicher Übergriffe. Frankreichs Muslime seien für "die terroristischen Taten weder verantwortlich noch schuldig". (APA, 16.4.2015)

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