Bim kaputt: Weltrekordversuch in Wien gescheitert

16. April 2015, 15:54
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Der Versuch, das Wiener Straßenbahnnetz komplett zu befahren, scheiterte am Donnerstag. Die Bim hatte einen Defekt

Am Donnerstag wollten die Wiener Linien in die Geschichte eingehen und sich in eine Reihe mit den größten Menschen, den längsten Fingernägeln und dem ausgedehntesten Kuss stellen. Das Ziel: Das gesamte 177 Kilometer lange Wiener Straßenbahnnetz – und damit das sechstgrößte der Welt – durchgehend abzufahren.

Den Rekordversuch unternahm Motorjournalist Andreas Dick, der bereits in einigen anderen Städten das lokale Straßenbahnnetz abgefahren ist – allerdings nur als Fahrgast. Die Strecke fuhren unterschiedliche Bedienstete der Wiener Linien ab. Im Jahr 2013 hat Dick bereits das komplette Wiener U-Bahn-Netz in rund fünf Stunden durchquert.

"Catch the Bim"

Start der Weltrekordfahrt war schon um 6 Uhr, mit ein wenig Verspätung machte sich die eigens gestaltete Bim auf ihren Weg. Geplant war, bis 22 Uhr die Strecke zu bewältigen. Die Wienerinnen und Wiener sollten natürlich auch in den Weltrekordversuch eingebunden werden: "Catch the Bim", forderten die Wiener Linien auf und gaben Zustiegsmöglichkeiten bekannt.

Kaputte Bim

Von Floridsdorf über Kagran bis zum Schwedenplatz ging das auch gut. "Nächste Zusteigemöglichkeit ist am Schottentor um circa 12.30 Uhr", schrieben die Verkehrsbetriebe noch in einem eigens eingerichteten Liveticker, als die Straßenbahn den Praterstern verließ. Dort angekommen ist sie allerdings nicht mehr. Es habe ein Problem mit der Antriebssoftware der Straßenbahn gegeben und die Bim ging kaputt. Ein Sonderzug eilte zur Rettung.

foto: wiener linien via twitter
Fast-Weltrekord-Bim.

Das Technikteam versuchte die Straßenbahn wieder zum Fahren und den Weltrekord wieder auf Schiene zu bringen. Kurz gelang das auch, letztendlich scheiterte das Team aber an der Reparatur – wie auch der Weltrekordversuch. "Wir müssen den Weltrekordversuch leider abbrechen. Es tut uns sehr leid, unsere Techniker haben alles versucht", schrieben die Wiener Linien Donnerstagmittag auf ihrer Website. Es habe trotzdem großen Spaß gemacht. Eventuell gibt es bald einen neuen Versuch. (Oona Kroisleitner, derStandard.at, 16.4.2015)

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