Eine Einkaufsstraße für die Seestadt

16. April 2015, 15:51
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Auf 3.200 Quadratmetern eröffnen bis Ende Juni die ersten Nahversorger auf der "ersten gemanagten Einkaufsstraße Österreichs"

Langsam erwacht die Seestadt Aspern zum Leben: Die ersten 2500 Menschen wohnen bereits hier, in den nächsten eineinhalb Jahren sollen 2000 Arbeitsplätze in Wiens größtem Stadtentwicklungsgebiet geschaffen werden. Nun nimmt auch die am Reißbrett geplante Einkaufsstraße Form an. Der Shopmix der ersten hundert Meter mit den ersten 13 Mietern wurde am Donnerstag präsentiert.

Geplant und verwaltet wird diese "erste gemanagte Einkaufsstraße Österreichs" von der aspern Seestadt Einkaufsstraßen GmbH, einem Joint Venture zwischen der Wien 3420 Development AG und der SES Spar European Shopping Centers. Diese mietet die Erdgeschoßflächen von den jeweiligen Bauträgern an und verpachtet sie dann an Shop-Partner weiter. Die gestaffelten Mieten fallen laut SES-CEO Marcus Wild anfangs niedrig aus und "sind weit von Shoppingcenter-Mieten entfernt".

3.200 Quadratmeter Fläche

An der Maria-Tusch-Straße unweit des Hannah-Arendt-Parks wird derzeit noch emsig gebaut, die meisten Fahrzeuge, die unterwegs sind, sind Lkw. Wer in den nächsten Monaten in den Erdgeschoßzonen einziehen wird, darauf weisen derzeit nur A4-Zettel, die an den staubigen Schaufenstern kleben, hin: "Erste Bank" steht auf einem, auf einem anderen "Ruefa".

Ende Juni wird schräg gegenüber auch ein Spar eröffnen, bis dahin wird es hier auch eine Bäckerei, einen Bipa, einen Libro, einen Handy-Store, einen Frisör und eine Filiale der Wiener Städtischen geben. Zudem wird es im Grätzl eine Apotheke und mehrere Gastronomiebetriebe geben. Insgesamt 3.200 Quadratmeter verpachtbare Fläche gibt es in dieser ersten Stufe.

Erste Shops eröffnet

Die Trafik hat bereits eröffnet, beim Frisör sind derzeit die Sesseln noch in Plastikfolie eingepackt, wie ein Blick durchs Schaufenster zeigt: "Ab 2.5. eröffnen wir den ersten Seestadt-Frisör" steht auf einem Zettel an der Tür.

Der Vorteil des zentralen Managements für Wild: einheitliche Verträge, eine Sicherheit für die Shoppartner und ein Gesamtkonstrukt als Zielsetzung mit einem bunten Angebotsmix, so Wild. Zudem soll es einheitliche Öffnungszeiten geben und Sortimentsverpflichtungen. Die Plätze auf der Einkaufsstraße sollen so gestaltet werden, dass sie "wie in einem Einkaufszentrum" zum Verweilen einladen, so Alexander Kopecek, Vorstand der Wien 3420 Aspern Development AG.

Bisher sieht es mit Nahversorgern in der Seestadt schlecht aus: Mithilfe eines mobilen Greißlers wurde seit vergangenem Oktober der tägliche Bedarf gedeckt, größere Einkäufe erforderten längere Wege.

Bekleidungsgeschäfte

Nach den Nahversorgern werden sich auf der Einkaufsstraße wohl auch Bekleidungsgeschäfte ansiedeln. Interessenten würden bereits anklopfen, sagt Kopecek. "Aber die wünschen sich eine bestimmte Einwohnerzahl und eine Kernzone."

Als zweiten Schritt sollen ab 2017 weitere 1.500 Quadratmeter Geschäftsflächen dazukommen. Der Plan: Die Flaniermeile soll sich irgendwann durch das gesamte Gebiet bis hin zur U-Bahnstation Aspern Nord ziehen. Angesichts der derzeitigen Bewohnerzahlen werde der Anfang nicht leicht für die Mieter, räumt Wild ein. Das dürfte sich aber ändern: Bis 2029 werden hier 20.000 Menschen leben. (Franziska Zoidl, derStandard.at, 16.4.2015)

  • Die ersten Mieter der Flanierstraße stehen fest.
    foto: zoidl

    Die ersten Mieter der Flanierstraße stehen fest.

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