Neuer Chef für ÖVAG-Nachfolger

16. April 2015, 17:15
2 Postings

Gerald Fleischmann wird Vorstandschef des ÖVAG-Nachfolgers Volksbank Wien-Baden

Wien - "Let's rock!" Mit diesen Worten hat sich Gerald Fleischmann vor gut einem Jahr anlässlich seines bevorstehenden Amtsantritts als Generaldirektor der Salzburger Sparkasse bei einer Veranstaltung für Mitarbeiter in deren Herzen getanzt - nun steht der 46-jährige Banker bereits vor seiner nächsten Herausforderung. Anfang Juni wird Fleischmann Vorstandschef der Volksbank Wien-Baden, welche die teilstaatliche ÖVAG nach deren Umwandlung zur Bad Bank im Sommer als Spitzeninstitut des Volksbankensektors ablösen wird. Sein Nachfolger im Vorstand der Salzburger Sparkasse wird der 45-jährige Markus Sattel.

Erste Aufgabe: Neue Strategie

In den nächsten Wochen steht für Fleischmann zunächst die Ausarbeitung einer neuen Strategie für die Volksbanken auf dem Programm. Unterstützt wird er dabei von seinen Vorstandskollegen Josef Preissl und Wolfgang Schauer, der bereits zu Monatsbeginn von der Volksbank Kufstein-Kitzbühel ins das künftige Spitzeninstitut gewechselt ist. Aufsichtsratschef ist seit Anfang März der Wirtschaftsprofessor Leo Chini.

Vor seiner Tätigkeit in der Salzburger Sparkasse war Fleischmann, dessen Führungsqualitäten sektorintern hervorgehoben wurden, in der Erste Group tätig, in die er 1998 eingestiegen war und in der er ab dem Jahr 2000 verschiedene leitende Positionen eingenommen hatte.

Vor Fleischmanns Berufung war ÖVAG-Chef Stephan Koren einige Male gebeten worden, den Vorstandsvorsitz zu übernehmen - er hatte aber Bedingungen gestellt, die die Volksbank Wien-Baden nicht erfüllen wollte. Koren, so das Ondit, habe eine straffe Governance-Struktur verlangt, wonach die Steuerung des Volksbankenverbunds die Hauptaufgabe des künftigen Spitzeninstituts hätte sein müssen. Die Eigentümervertreter der Volksbank Wien-Baden sehen selbige aber mehr als große Retailbank, ihre Rolle als Sektorspitze ordnen sie dahinter ein. Korens Vertrag mit der ÖVAG läuft noch bis 2017; er wird also künftig in der Bad Bank Dienst tun.

Viele hatten damit gerechnet, dass auch ÖVAG-Vorstandsmitglied Rainer Borns in die Chefetage des neuen Spitzeninstituts einziehen wird. Borns war vor seiner Übersiedlung in die ÖVAG im Genossenschaftsverband (ÖGV), in der ÖVAG galt er sozusagen als Verbindungsmann für die "kleinen" Sektorinstitute. In der Volksbank Wien-Baden habe man ihn nicht gewollt, heißt es sektorintern.

Das künftige Spitzeninstitut ist die größte Volksbank in Österreich mit 52 Standorten im Großraum Wien. In die Bank sollen auch die Volksbanken im Süden und Osten Niederösterreichs und im Burgenland hineinfusioniert werden. (gra, red, DER STANDARD, 17.4.2015)

Share if you care.