FSG-Gewerkschafter stellt Spitzenkandidat Häupl in Frage

16. April 2015, 08:14
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Korecky kritisiert "Probelauf für rot-blaue Koalition" - AK-Chef Kaske: Arbeitnehmer zahlen sich Steuerreform nicht selbst

Wien - Wiens Bürgermeister Michael Häupl empört mit seinem 22-Stunden-Sager auch Parteikollegen in der Gewerkschaft. GÖD-Vizechef Peter Korecky (FSG) spricht im Donnerstag-"Kurier" von einem "intellektuellen Probelauf für eine rot-blaue Koalition". Und empfiehlt der SPÖ, sich zu überlegen, "mit welchem Spitzenkandidaten sie in die Wien-Wahl geht", wenn Häupl diesen populistischen Stil beibehält.

Schon auf Twitter hatte er zu "keinerlei Wahlkampfunterstützung für eine Häupl-SPÖ" aufgerufen, weil der Bürgermeister "FPÖ-Populismus" probe. Korecky fühlt sich an Häupls Wehrpflicht-Schwenk kurz vor der Wahl 2010 erinnert. Damals habe der Wiener Bürgermeister "nicht nur den damaligen Verteidigungsminister Darabos desavouiert, sondern auch über Bord geworfen, was für die SPÖ lange Zeit gegolten hat - um billig ein paar Stimmen zu gewinnen". Beim jetzigen "Lehrer-Bashing" habe Häupl "den selben Hintergedanken: Billig Stimmen zu holen".

Kaske fordert Verwaltungsreform

Der Präsident der Arbeiterkammer (AK), Rudolf Kaske, wiederum stellte sich Mittwochabend bei einem Festakt des ÖGB solidarisch auf die Seite der Beamten, bei denen die Regierung zur Finanzierung der Steuerreform einsparen will. Im Ö1-"Morgenjournal" sagte Kaske: "Was die Steurreform und die Gegenfinanzierung betrifft, sage ich sehr klar, die Arbeitnehmer zahlen sie sicherlich nicht selbst. Damit meine ich alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dieser Republik." Er warte nun darauf, dass die Regierung Vorschläge bringe, wie sie bei der Verwaltung sparen wolle.

Das tut auch der Vorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch. Er schlägt vor, "die Verwaltungsebenen von Bund, Ländern und Gemeinden zusammenzulegen zu einer Ebene. Das ginge ganz einfach." (red, APA, 15.4.2015)

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