Eissaison war, Eissaison ist

15. April 2015, 17:41
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Daniel Ratushny, Meister mit Salzburg, geht als Teamchef das Projekt Klassenerhalt an

Salzburg - Einige der Kundigen wunderten sich ein wenig, dass es Salzburgs Eishackler nicht auf eine fünfte Finalpartie samt Meisterfeier daheim abgesehen hatten. Aber erstens kann im Eishockey immer etwas passieren, und zweitens hatten es zumindest einige Salzburger schon eilig, in den Urlaub zu kommen. Also wurde der Sack am Dienstag in Wien-Kagran geschlossen, nach dem vierten Sieg en suite gegen die Vienna Capitals stand der sechste Salzburger Meistertitel fest.

Für jene Cracks, denen noch die WM in Prag winkt, geht der Urlaub sowieso erst Mitte Mai los, sie stoßen in wenigen Tagen zu ihren Teamkollegen, die sich schon in der Vorbereitung befinden. Daniel Ratushny, der Salzburger Meistertrainer, macht gleich gar keine Pause, sondern übernimmt in seiner zweiten Funktion als Headcoach das Nationalteam quasi volley. Unter Ratushnys Assistenten Dieter Kalt, Christoph Brandner und Reinhard Divis hatte Österreich zuletzt zweimal gegen Ungarn verloren, in Wien mit 2:4, in Budapest mit 2:3. Allerdings wird sich das Team bei der WM ganz anders präsentieren - neben wohl ungefähr zehn Salzburger und Wiener Spielern stößt auch Michael Raffl dazu, der mit den Philadelphia Flyers das NHL-Playoff verpasste.

Theoretisch gibt's die Möglichkeit, dass auch Thomas Vanek (Minnesota Wild) und Michael Grabner (New York Islanders) bei der WM für Österreich spielen, so sie im NHL-Playoff flott scheitern und nachnominiert werden.

Die Salzburger und Wiener können, während die anderen seit Dienstag schon wieder in Salzburg trainieren, bis zum Wochenende entspannen, Ratushny will sie noch nicht im Test gegen Slowenien bringen, der am Sonntag (18, live ORF Sport+) in Ljubljana stattfindet. Mehr Aussagekraft werden knapp vor WM-Beginn die Partien gegen die USA (28. April) und Kanada (29. April) in Wien haben. Die USA haben bereits 16 Spieler nominiert, darunter zehn aus der NHL, zwei aus der russischen KHL und vier von US-Universitäten. Im kanadischen WM-Kader stehen vorerst 19 NHL-Spieler, die auch gegen Österreich zu sehen sein werden - für Raffl gibt's in Wien ein Wiedersehen mit seinem Flyers-Teamkollegen Claude Giroux.

Bei der WM spielt Österreich in einer Achtergruppe gegen die Schweiz (2. Mai), Schweden (3.), Frankreich (5.), Tschechien (8.), Lettland (9.), Deutschland (11.) und Kanada (12.). Der Gruppenletzte steigt ab. (fri, APA, DER STANDARD, 16.4.2015)

  • Daniel Ratushny, Meistertrainer und Teamchef.
    foto: apa/neubauer

    Daniel Ratushny, Meistertrainer und Teamchef.

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