Klimawandelfolgen: Dürren im Mittelmeerraum, Fluten weiter im Norden

15. April 2015, 16:58
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Wissenschafter weisen bei EGU-Generalversammlung auf notwendige Anpassungen an künftige Verhältnisse hin

Wien - Die Folgen des Klimawandels werden in der nächsten Zeit deutlich zu spüren sein, erklärten Wissenschafter am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Generalversammlung der European Geosciences Union (EGU) in Wien. Bisherige "Jahrhundertfluten" würden in Europa künftig doppelt so häufig auftreten und der Mittelmeerraum muss bereits in zwölf Jahren mit noch nie dagewesenen Dürren rechnen.

In einer Studie hatte Yusuke Satoh vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien für verschiedene Klimaszenarien und 26 Regionen weltweit die Wahrscheinlichkeiten für Dürren bis 2050 berechnet. Bei dem Klimaszenario mit den höchsten Treibhausgas-Emissionen und der daraus resultierenden Erderwärmung würden laut der Modelle dreizehn der Regionen in diesem Zeitraum historische Dürren durchmachen.

Anpassung an kommende Verhältnisse erforderlich

Schon im Jahr 2027 könnte der Klimawandel dem Mittelmeerraum noch nie dagewesene Trockenheitsperioden bringen, im Westen der Vereinigte Staaten sogar in zwei Jahren, erklärte Satoh. Weil die Ausmaße der Wasserreservoirs und Bewässerungsanlagen auf der historischen Erfahrung von Dürren basieren, müssten sie in solchen Regionen dringend angepasst werden, meint er.

Auch das Risiko für Überschwemmungen wird dramatisch steigen, so Lorenzo Alfieri vom Joint Research Centre der Europäischen Kommission. Sogenannte "Jahrhundertfluten" würden laut Berechnungen in den kommenden Jahrzehnten doppelt so oft Teile Europas unter Wasser setzen. Während davon beim heutigen Klima jährlich 216.000 Europäer betroffen sind, wären es im Jahr 2050 schon 500.000 bis 640.000 und 2080 bis zu 950.000 Menschen, erklärte er. (APA/red, derStandard.at, 15.4. 2015)

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