Anklage gegen slowenische Journalistin fallengelassen

15. April 2015, 17:00
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Die Strafverfolgung wurde laut früheren Medienberichten auf Initiative des Geheimdiensts eingeleitet

Ljubljana - Die Strafverfolgung der slowenischen Enthüllungsjournalistin Anuška Delić, die wegen angeblicher Veröffentlichung von Geheimdienstinformationen vor Gericht stand, soll beendet werden. Die Staatsanwaltschaft hat am heutigen Mittwoch die Anklage wegen mangelnder Beweise zurückgezogen, wie slowenische Medien berichteten.

Seit Jahresanfang lief der Strafprozess gegen die Journalistin der größten Tageszeitung "Delo" wegen einer Serie von Artikeln, in denen sie Ende 2011 angebliche Verbindungen zwischen einer Neonazi-Gruppe und der Demokratischen Partei (SDS) von Ex-Premier Janez Jansa aufdeckte. Die Staatsanwaltschaft warf ihr vor, in dem Artikel Informationen des Geheimdienstes SOVA veröffentlicht zu haben. Deswegen drohten ihr bis zu drei Jahre Haft.

Delić hat hingegen behauptet, alle Informationen mit klassischen journalistischen Methoden gesammelt zu haben. Dabei habe sie öffentlich zugängliche Quellen - darunter Facebook und die Enthüllungsplattform WikiLeaks - genützt, verteidigte sich die Journalistin.

Auch die Anklage gegen den mitangeklagten damaligen Geheimdienstchef Sebastjan Selan wurde fallen gelassen, so die Medien. Diesem wurde vorgeworfen, nach der damaligen Veröffentlichung von Artikeln als Führungsperson rechtliche Handlungen gegen die Journalistin unterlassen zu haben.

Die Strafverfolgung gegen die Enthüllungsjournalistin wurde laut früheren Medienberichten auf Initiative des Geheimdienstes eingeleitet. SOVA soll noch weitere drei Journalisten angezeigt haben. Inzwischen kündigte das slowenische Justizministerium im März entsprechende Gesetzesänderungen an, wonach die Veröffentlichung von Geheimdienstinformationen im öffentlichen Interesse nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden kann. (APA, 15.4.2015)

  • Seit Jahresanfang lief der Strafprozess gegen Anuška Delić wegen einer Serie von Artikeln.
    foto: matej družnik/delo

    Seit Jahresanfang lief der Strafprozess gegen Anuška Delić wegen einer Serie von Artikeln.

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