Die Stabilität geht in die Verlängerung

15. April 2015, 16:30
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Vertrag verlängert: Robert Meyer bleibt der Volksoper bis 2022 als Direktor erhalten. Kommende Saison plant er acht Premieren und möchte das Kasino am Schwarzenbergplatz (ab 2016) bespielen

Wien - Spricht der Herr Direktor, braucht er an diesem sonnigen Vormittag kein Mikro. Seine Stimme trägt auch bei der Saisonpressekonferenz der Wiener Volksoper alle energischen Züge eines erfahrenen Mimen, der trotz seiner Managementtätigkeit vokale Form wahrt - auch indem er recht oft auf der Bühne seines Hauses steht. "Klar freue ich mich wahnsinnig!", sagt also Robert Meyer aus Anlass seiner erwarteten Verlängerung als Direktor (nun also bis 2022).

"Ich bin am Ende meiner Amtszeit 68. Und eigentlich traue ich mir den Job auch bis zu meinem 73. Lebensjahr zu ..." Blick hinüber zu Kulturminister Josef Ostermayer: "Ich habe große Energie!" Der Minister, um einiges leiser, aber ebenso gut gelaunt: "Ich kann nicht garantieren, dass ich zu diesem Zeitpunkt auch im Amt sein werde ..." Zu einer spontanen Verlängerung des Verlängerten auf offener Probebühne kam es also nicht. Meyer, bei einer Ausschreibung siegreich geblieben (14 Bewerbungen stellten sich der Findungskommission), musste sich mit Applaus und Komplimenten begnügen (u. a. Holding-Chef Günter Rhomberg: "Er brennt!").

Dann war's aber auch gut, und schwungvoll blickte Meyer Richtung übernächste Saison: Er würde im Kasino am Schwarzenbergplatz (Kooperation mit dem Burgtheater) ab 2016 moderne Opern spielen. Er fände den Ort großartig (200 bis 250 Sitzplätze, zehn bis zwölf Aufführungen des jeweiligen Opus). Und er habe dies Burgtheaterchefin "Karin Bergmann vor längerer Zeit vorgeschlagen. Vielleicht hängt sich ja noch ein anderes Theater dran". Damit war die sich zierende Wiener Staatsoper gemeint, deren Direktor Dominique Meyer für die kommenden beiden Jahre das von ihm angemietete Stadttheater Walfischgasse präferiert - für Kinderopern, auch aus praktischen Gründen. Robert Meyer findet das Kasino allerdings auch technisch ziemlich ideal: "Ich weiß genau, dass das Kasino super ausgerüstet ist! Ich hab ja da oft gespielt. Da lasse ich keine Ausrede zu."

Angesichts solcher Zukunftsthemen gerieten die Pläne für die kommende Spielzeit jedoch nicht in Vergessenheit. Nachdem der Kulturminister, der versprochen hatte, für die Erhöhung des Bundestheater- und Kulturbudgets zu kämpfen, die Probebühne verlassen hatte, kündigte Meyer acht Premieren an.

Am 6. September geht es los mit Ralph Benatzkys Klassiker Im weißen Rössl (Regie: Josef E. Köpplinger, Sigrid Hauser als Rösslwirtin, Daniel Prohaska als Leopold). Es folgt am 17. Oktober Der Mann von La Mancha (Olivier Tambosi inszeniert, Direktor Meyer in der traurigen Hauptrolle). Und nach dem Musical wird ab 14. November Mozarts Don Giovanni in der Regie von Achim Freyer gezeigt (Josef Wagner in der Titelpartie). Es folgt Ballett, also Sergej Prokofjews Schneekönigin in der Choreografie von Michael Corder.

"Kongress" und "Student"

Konzertantes zunächst im Jänner 2016: Ab 24. 1. läuft das Musical Kismet; am 19. März kommt Borodins Oper Fürst Igor (Regie: Thomas Schulte-Michels) zum Zug. Zuvor, ab 20. Februar, steht Werner Richard Heymanns Operette Der Kongress tanzt auf dem Programm (Regie Meyer). Schließlich bringt man noch Millöckers Der Bettelstudent am 30. April. (Regisseur Anatol Preissler).

Finanziell Erfreuliches vermeldete der kaufmännische Geschäftsführer Christoph Ladstätter, der ankündigte, sich bei der Neuausschreibung seines Postens bewerben zu wollen: Die Sitzplatzauslastung liege bei 82,2 Prozent, wobei man mit Karteneinnahmen in Höhe von 8,862 Millionen Euro auf Rekordniveau liege: "Das sind die höchsten Einnahmen, die je in der Volksoper erzielt wurden." Wenn jetzt noch die Musikqualität hin und wieder internationales Niveau erlangte! (Ljubiša Tošić, DER STANDARD, 16.4.2015)

Nächste Wiederaufnahme am 23. April: "La Boheme"

www.volksoper.at

  • "Es war leicht, hinter dem Intendanten Meyer zu stehen, er brennt!", so Günter Rhomberg (Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, li.) über die Verlängerung des Vertrages von Robert Meyer (bis 2022, Mi.), die Kulturminister Josef Ostermayer (re.) vorgenommen hat.
    foto: apa/helmut fohringer

    "Es war leicht, hinter dem Intendanten Meyer zu stehen, er brennt!", so Günter Rhomberg (Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, li.) über die Verlängerung des Vertrages von Robert Meyer (bis 2022, Mi.), die Kulturminister Josef Ostermayer (re.) vorgenommen hat.

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