Provider d-light: Grazer Kunden wieder online, Zukunft ungewiss

15. April 2015, 16:54
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Streit mit Citycom geht weiter - Lösung mit anderem Provider könnte sich "bis Ende der Woche abzeichnen"

Die Grazer Kunden des Providers d-light erlebten einen ungemütlichen Start in das Osterwochenende. Am Abend des Karfreitag stand die Internetleitung von rund 600 Haushalten auf einmal still. Der Grund: Netzbetreiber Citycom hatte den Zugang gesperrt.

Ursache ist ein von der Citycom reklamierter Zahlungsverzug. Seit mittlerweile sechs Monaten soll die d-light ihre Rechnungen für die Leitungsnutzung nicht mehr begleichen. Eine Woche lang waren die User offline, ehe am vergangenen Freitag der Zugang wiederhergestellt worden war. Die Betroffenen sollen nun, zumindest mittelfristig, auch online bleiben.

Abschaltung brachte "Bewegung"

"Uns war klar, dass wir eine Lösung finden müssen", erklärt Citycom-Geschäftsführer Igo Huber gegenüber dem WebStandard das Vorgehen. Die Abschaltung als "radikaler Schritt" war auch dazu gedacht gewesen, "Bewegung in die Angelegenheit" zu bringen. Das ist offenbar gelungen.

Mittlerweile bestätigt man, dass ein anderer Anbieter die Kunden der d-light übernehmen wollen und künftig mit Internet- und TV-Services versorgen wollen würde. Laut Huber könnte sich "bis Ende der Woche" eine Lösung abzeichnen. Zwischen Citycom und dem Interessenten gab es bereits konkrete Gespräche, trilaterale Verhandlungen stehen noch aus. Die d-light solle aber Interesse signalisiert haben.

Lösung in Aussicht - sonst Vertragsausstieg

Aus dieser Perspektive heraus habe man die Kunden wieder ans Netz genommen, so der Citycom-Chef. Die Klage des Netzbetreibers wurde mittlerweile beantwortet. Die darin vorgebrachten Forderungen der d-light gegenüber der Citycom – es soll sich um Pönnalen für Probleme handeln, die teils bis zu drei Jahre in die Vergangenheit reichen – sind nach Ansicht von Huber "völlig absurd".

Sollte es zu keiner Übernahme der Kundschaft durch den Interessenten kommen und auch keine Einigung hinsichtlich der ausständigen Zahlungen erfolgen, werde man den Vertrag mit der d-light aufkündigen. Ihre Kunden müssten sich dann einen neuen Provider suchen.

Beschwerden

Die einwöchige Trennung vom Internet hat eine Anfragenflut verärgerter Kunden ausgelöst, die zuerst die d-light und in weiterer Folge auch die Citycom erreicht hat. Die Kunden hätten auf die Schilderung des Standpunktes seines Unternehmens fast ausschließlich verständnisvoll reagiert. Die d-light schreibt auf Facebook, dass man die Unannehmlichkeiten bedauere. Zur Auseinandersetzung möchte man sich nicht äußern. Telefonisch war die Presse-Abteilung der Firma trotz mehrerer Versuche nicht erreichbar.

Vereinzelte Beschwerden sind auch bei der Telekom-Regulierungsbehörde RTR eingelangt. Die Beratung der Kunden habe sich "in Richtung außerordentliche Kündigung bewegt". Der Versuch, in schlichtender Tätigkeit Kontakt mit der d-light aufzunehmen, sei allerdings gescheitert. "Im Sinne der Kunden" habe man auch die Arbeiterkammer Steiermark kontaktiert.

Die Auseinandersetzung zwischen Citycom und d-light selbst sei eine privatrechtliche Auseinandersetzung, mit der sich die RTR nicht befasse. (gpi, 15.04.2015)

  • Die Kunden der d-light in Graz können seit letztem Freitag wieder online gehen. Die Auseinandersetzung mit der Citycom ist allerdings noch nicht ausgestanden.

    Die Kunden der d-light in Graz können seit letztem Freitag wieder online gehen. Die Auseinandersetzung mit der Citycom ist allerdings noch nicht ausgestanden.

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