Unito erhofft sich durch smarte Gegenstände ungeahnte Möglichkeiten

15. April 2015, 14:42
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Vernetzte Kühlschränke oder "Wearables" sollen Geschäft des Versandhändlers weiter beflügeln - "Das Smartphone ist für uns der Zauberstab zu Umsatz und Ergebnis"

Das Internet der Dinge, also intelligente (smarte) Gegenstände, ist nicht mehr nur Zukunftsmusik, sondern dringt nach und nach in unseren Alltag. Die Industrie tüftelt an selbstfahrenden Autos oder smarten Kühlschränken, die Lebensmittel automatisch nachbestellen, wenn sie ausgegangen sind. Auch "Wearables" wie smarte Uhren oder Brillen sind nicht mehr nur Requisiten eines James-Bond-Filmes.

Transformation abgeschlossen

"Wir werden mit unseren Kunden in ungeahntem Ausmaß in Aktion treten können und so noch besser auf ihre Wünsche eingehen können", orakelte Harald Gutschi, Österreich-Chef der Versandhandelsgruppe Unito (Otto, Universal, Quelle usw.), am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Da dies alles in den nächsten Jahren Realität werden würde, sieht Gutschi für den Versandhändler gute Zeiten mit großem Wachstum zukommen.

Schon jetzt sei Unito, Tochter der Otto Group, ein Technologieunternehmen, das die "Transformation vom kataloggetriebenen Unternehmen zum Onlinehändler" abgeschlossen habe, sagte Gutschi. Das Kataloggeschäft spiele kaum mehr eine Rolle. 2014 trug es 57 Mio. Euro zum Gesamtumsatz der Unito-Gruppe bei. 273 Mio. Euro erwirtschaftete das Unternehmen online, ein Plus von 13 Prozent gegenüber 2013.

1.400 Seiten dicke Kataloge kämen einem heute vor wie "ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert", dabei sei es erst einige Jahre her, dass solche verschickt wurden, so Gutschi. Im Jahr 2007 machte der Versandhändler fast drei Mal so viel Umsatz im Kataloggeschäft wie heute. Ganz aufgeben will man diesen Vertriebsweg aber dennoch nicht, "das ist unsere Geschichte, da kommen wir her". Was in fünf Jahren sei, könne man aber freilich nicht sagen.

"Das Smartphone ist für uns der Zauberstab zu Umsatz und Ergebnis"

Das große Geschäft wittert die Branche in mobilen Geräten. "Das Smartphone ist für uns der Zauberstab zu Umsatz und Ergebnis", sagte der Unito-Chef. In zwei Jahren werde der Einkauf über mobile Endgeräte (wie Smartphones oder Tablets) mehr als 80 Prozent des Umsatzes der Unito-Gruppe ausmachen. 2014 lukrierte das Unternehmen 25 Prozent des Umsatzes über mobiles Shopping.

International hat der Versandhandelsriese Otto übrigens Probleme: Erstmals könnte das Hamburger Unternehmen einen Verlust einfahren, wurde kürzlich bekannt. "Der Abschluss steht noch nicht fest", verwies Gutschi auf Mai. Doch selbst Vorstandschef Hans-Otto Schrader räumte ein, dass er mit dem Ergebnis nicht zufrieden sei. Otto hat in wichtigen Märkten wie Russland und der Ukraine starke Einbußen erlitten, die Sanierung einer Tochterfirma in Frankreich verbrannte zusätzlich Geld. (APA, 15.4. 2015)

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