Welche Dokumentarfilme haben Sie mit besonderem Interesse geschaut?

User-Diskussion21. April 2015, 09:59
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Wie ist Ihre Einstellung allgemein zu dem Genre? Bevorzugen Sie Dokumentationen gegenüber Spielfilmen oder umgekehrt?

Nah dran an der Realität will der Dokumentarfilm sein. Er will teilhaben lassen, aufzeigen, aufklären und ist häufig von einem politischen Anspruch geprägt. Umgekehrt erwartet das Publikum vom nichtfiktionalen Film eine möglichst authentische Beschreibung der Wirklichkeit. Auch wenn das Material nicht fiktiv ist, die abgebildete Welt als reale Welt verstanden wird, bleibt der Dokumentarfilm aber eine kreative Interpretation der Realität. Nicht selten werden Diskussionen um besonders erfolgreiche Werke auch besonders kontrovers geführt: wie beispielsweise bei Michael Moore, dem regelmäßig vorgeworfen wird, allzu frei mit seinem Material umzugehen, die Zuschauerschaft geradezu zu manipulieren.

Zwischen 9/11 und der Mühl-Kommune

Gerade Moore war es aber auch, der den Dokumentarfilm im Kino wieder breitenwirksam machte. Sein "Fahrenheit 9/11" avancierte 2004 zum Kinohit und war wochenlang an der Spitze der Box-Office-Charts zu finden. Zuletzt machte etwa Malik Bendjellouls "Searching for Sugarman" Furore – der Film, der sich auf die Suche nach dem totgeglaubten Singer-Songwriter Sixto Rodriguez machte, erhielt 2013 neben der Gunst des Publikums auch den Dokumentarfilm-Oscar. Österreichische Beiträge – nicht nur von Ulrich Seidl – sorgen international ebenfalls immer wieder für Aufsehen und Anerkennung. Ruth Beckermann setzte sich seit "Die papierene Brücke" (1987) immer wieder sehr pointiert mit der Gegenwart der österreichischen Vergangenheit auseinander. Hubert Sauper zeigte mit seinem oscarnominierten "Darwin's Nightmare" (2004), welche verheerenden Konsequenzen Experimente der Fischwirtschaft für eine gesamte Region haben, und Paul-Julien Robert führte mit "Meine keine Familie" (2012) ganz tief in die Abgründe und Absurditäten seiner Kindheit in der Mühl-Kommune.

Ihre Meinung ist gefragt

Die Themenvielfalt ist augenscheinlich. Wir wollen nun von Ihnen wissen, ob und welche Dokumentarfilme Sie mit besonderem Interesse geschaut haben. Wie ist Ihre Einstellung allgemein zu dem Genre? Bevorzugen Sie Dokumentationen gegenüber Spielfilmen oder umgekehrt? Sehen Sie Dokumentarfilme als Abbild der Wirklichkeit? Und: Haben Sie Empfehlungen für die Community? (jmy, aan 21.4.2015)

  • Michael Moore ist einer der bekanntesten, aber auch umstrittensten Regisseure des Dokumentarfilms.
    foto: ap

    Michael Moore ist einer der bekanntesten, aber auch umstrittensten Regisseure des Dokumentarfilms.

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