Acht "kleine" Spiele-Hoffnungen für PlayStation 4

Ansichtssache19. April 2015, 11:00
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Wikinger-Zombies, Aliens, Ninjas und eine idyllische Apokalypse erwarten Spieler noch 2015

Spätestens seit der PS4-Vorstellung Anfang 2013 wird Sony nicht müde, bei jeder großen Pressekonferenz – sei es auf der E3, Gamescom oder PlayStation Experience – zu betonen, wie wichtig Indiegames und unabhängige Studios für das Unternehmen sind. Diesen Worten folgen Taten und so wird den "kleinen" Spielen nicht nur viel Platz auf Messen eingeräumt, die PlayStation-Sparte XDEV (External Development Studio Europe) kümmert sich aktiv darum, Spieleschmieden dabei zu unterstützen, ihre Spiele für PlayStation-Plattformen veröffentlichen. Zu solchen Projekten gehören unter anderem "Resogun" und "Murasaki Baby" sowie größere Titel wie "No Man's Sky".

Abseits der viel beworbenen Blockbuster-Produktionen, stellte das Unternehmen vergangene Woche einen Teil seines kommenden Indie-Game-Line-ups für PlayStation 4 vor. Der GameStandard war vor Ort und konnte einige vielversprechende Werke vorab anspielen.

gameoxochannel

Guns Up! (PS4, 2015)

Im Sidescroller "Guns Up!" schlüpft der Spieler in die Rolle eines Generals, der über seine Armee wacht und sie zum Sieg über den Feind - im Multiplayer ebenfalls ein Spieler - führen muss. Das Strategiespiel bietet dabei eine breite Palette an Möglichkeiten, den feindlichen Truppen einzuheizen.

Die gegnerischen Soldaten können mit Landminen, Tränengas, Luftschlägen und Fokusfeuer bearbeitet werden, was trotz des drolligen Grafikstils zu literweise Blut auf dem virtuellen Schlachtfeld führt. Mit als Währung dienender Munition können verschieden bewaffnete Soldaten gekauft werden, die mit Flammenwerfern, Panzerfäusten, Scharfschützengewehren und Maschinenpistolen nachrücken. Hier ist es jedoch wichtig, die Situation richtig einzuschätzen und die am besten zur aktuellen Situation passenden Einheiten zu kaufen.

Eine Begrenzung der gleichzeitig erlaubten Soldaten verhindert, dass der Gegner einfach mit einer Masse von billigen Einheiten überrannt werden kann. Für Solisten wird es wiederholbare Singleplayer-Herausforderungen geben, bei denen die Fähigkeiten verbessert und nach einer Höchstbewertung von drei Sternen gejagt werden darf. "Guns Up!" spielt sich flott und ist simpel genug, um auch Einsteiger nicht abzuschrecken. Das Spielkonzept erinnert ein wenig an Mobile-Werke, macht aber auch auf der Konsole eine gute Figur.

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housemarque games

Alienation (PS4, 2015)

Der Highscore-Shooter "Alienation" des finnischen Studios Housemarque lässt sich recht treffend mit "einer Mischung aus 'Dead Nation' und 'Resogun'" beschreiben. Aus einer erhöhten Kameraperspektive werden schwer bewaffnete und gepanzerte Space-Soldaten gesteuert, die in optisch abwechslungsreichen Umgebungen gegen eine Alien-Invasion kämpfen.

Bis zu vier Spieler können sich der Alienbrut im Koop gemeinsam erwehren und die zerstörbare Umgebung in Mitleidenschaft ziehen. "Alienation" spielt sich ähnlich flott wie sein geistiger Vorgänger "Dead Nation". Eine Vielfalt an Gegnern mit verschiedenen Stärken und Schwächen sorgt für Abwechslung, während der Spielcharakter mit einer großen Auswahl an Waffen und Fähigkeiten personalisiert werden kann.

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ign

Everybody's Gone to the Rapture (PS4, 2015)

Dan Pinchbeck, Creative Director beim Entwicklerstudio The Chinese Room, nennt "Everybody's Gone to the Rapture" eine "britische Apokalypse". In der Tat handelt es sich um das wohl idyllischste Schreckensszenario, das jemals in einem Videospiel umgesetzt wurde.

Das kleine englische Dorf Yaughton ist verlassen, alle Menschen nach einem mysteriösen Vorfall verschwunden. Leere Autos stehen auf der Straße, gelegentlich findet sich ein Blutfleck auf dem Boden. Das Geheimnis um die wie vom Erdboden geschluckten Einwohner sowie die unheimlichen Töne in den Radiowellen muss mittels Erkundung gelüftet werden. Die simplen Spielmechaniken erlauben es lediglich, sich durch die Spielwelt zu bewegen, Türen zu öffnen und ausgewählte Szenen aus den letzten Tagen des Dorfs zu belauschen.

"Everybody's Gone to the Rapture" nimmt den Spieler nicht an der Hand, sondern ermutigt, sich die Geschichte selbst zusammenzureimen. Was Gameplay angeht, hält sich der Mystery-Titel minimalistisch, doch die Atmosphäre und die von guten Sprechern dargebotenen Dialoge wecken schnell das Bedürfnis herauszufinden, was in Yaughton geschehen ist.

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playstation games hd

Zombie Vikings (PS4, PC, 2015 - weitere Plattformen folgen)

Bei diesem abgedrehten "Koop-Hackventure" der schwedischen Spieleschmiede Zoink Games ("Stick It to The Man") fällt sofort der einzigartige Grafikstil ins Auge, der mit viel Liebe zum Detail die schrullige Welt der Zombie-Wikinger Gunborg, Seagurd, Hedgy und Caw-kaa zum Leben erweckt.

Die drei furchtlosen Gesellen werden vom Göttervater Odin aus ihren Gräbern befreit, nachdem Loki sein verbleibendes gutes Auge gestohlen hat. Bis zu vier Spieler können online oder offline zusammen spielen, dabei die Körperteile der untoten Mitstreiter aufnehmen und benutzen. Eine der interessantesten Fähigkeiten im Spiel ist es, durch die Kombination der vier Zombie-Wikinger einen Mega-Zombie zu erschaffen.

Neben spaßigen Kämpfen und dem wohldurchdachten Design stellt der Humor die dritte Säule des Grundkonzepts des Spiels dar. Story und Dialoge stammen aus der Feder des Webcomic-Autors Zach Weinersmith, dessen kreative Einfälle sich nahtlos in das Gesamtbild einfügen.

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harmonix music systems

Amplitude (PS4, PS3, 2015)

Harmonix ("Rock Band") veröffentlicht in diesem Sommer "Amplitude", ein Reboot des gleichnamigen PS2-Spiels aus dem Jahr 2004. Die Quasi-Kreuzung aus "Guitar Hero" und "WipEout" ersetzt die Plastikgitarren durch den DualShock 4-Controller und statt Noten zu treffen müssen Edelsteine mit den Waffen eines Raumschiffs zerschmettert werden.

Die Musikspiel-Expertise des Studios ist deutlich spürbar, wenn die kleinen Raumschiffe über die mit diversen Instrumenten belegten Spuren fliegen. Über 20 Songs werden für den PS3- und PS4-Titel versprochen, die zusammen mit der optischen Gestaltung einen roten Faden durch das Spiel ziehen sollen.

Seine volle Magie entfaltet "Amplitude" allerdings erst im Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler an einer Konsole. Das letztendlich simple Spielprinzip wird wesentlich interessanter, wenn man sich mit anderen Spielern messen kann. Um auch unerfahrenen Teilnehmern eine Chance zu geben, gibt es zwei-gegen-zwei- und drei-gegen-einen-Modi.

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playstation games hd

N++ (PS4, 2015)

"N++" ist die Fortsetzung von "N" und "N+", die 2005 und 2008 veröffentlicht wurden. Das Spielprinzip bleibt weitgehend unverändert. Ein Ninja muss durch zahlreiche mit Fallen und gefährlichen Robotern gespickte Levels navigiert werden, dabei möglichst viel Gold einsammeln und den Ausgang erreichen, der sich nach dem Betätigen eines Schalters öffnet.

Die grundsätzlich simple Aufgabenstellung wird durch die eigenwillige Physik verkompliziert, die für sehr träge und lange Sprünge sorgt und immer berücksichtigt werden muss. "N++" erinnert ein wenig an ein langsames "Super Meat Boy", denn auf dem Weg zum Ausgang lässt der kleine Ninja besonders in späteren Levels einige Leben.

Neben hunderten Solo-Aufgaben winkt eine große Zahl an Levels im Koop-Modus für zwei Spieler. Diese wurden eigens für den Mehrspielermodus entwickelt und wurden nicht einfach aus Elementen des Einzelspielermodus recycelt. Sollten die Inhalte einmal zur Neige gehen, dürfen in einem Level-Editor eigene Bewährungsproben für virtuelle Ninjas gebaut und weltweit geteilt werden.

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rajmangaming hd

Shadow of the Beast (PS4, 2015)

Der Amiga-Klassiker "Shadow of the Beast" aus dem Jahr 1989 feiert ein Comeback auf der PlayStation 4. Verantwortlich für die Neuinterpretation zeichnet sich das Entwicklerstudio Heavy Spectrum, bestehend aus Kreativen, die bereits an Marken wie "Battlefield", "SimCity" und "Need for Speed" arbeiteten.

Kontrolliert wird abermals Aarbron, der sich in einer 2D-Ansicht durch Gegnermassen kämpfen muss. Das Kampfsystem besteht hierbei aus einem Konter, einem Betäubungsmanöver und der Attacke. Durch das Besiegen von Gegnern füllt sich eine Energieleiste, die im vollen Zustand einen regelrechten Amoklauf durch größere Gegnergruppen ermöglicht. Mit Blut wird nicht gespart, harmoniert es doch mit der optischen Gestaltung des Spiels. Nicht selten eröffnen sich im Hintergrund beeindruckende Panoramen, die zur mystischen Atmosphäre beitragen.

Wann "Shadow of the Beast" für PlayStation 4 erscheint, ist noch nicht bekannt. Das bisher gezeigte Material stimmt jedenfalls zuversichtlich, dass die moderne Fassung des Klassikers auch eine neue Generation überzeugen kann.

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Hollowpoint (PS4, PC)

Auf den ersten Blick könnte man "Hollowpoint" für einen gewöhnlichen Sidescroller-Shooter mit 3D-Grafik halten, doch bei genauerer Betrachtung werden einige Besonderheiten sichtbar, die den Titel von anderen Genrevertretern abgrenzen. Statt sich nur um Gegner auf der 2D-Achse kümmern zu müssen, greifen diese auch aus der Hintergrundebene an. Um sie zu besiegen, muss in eine 3D-Zielansicht umgeschaltet werden, die Feuergefechte in der Tiefe erlaubt.

Jedes Level wird mitsamt allen Zielen, der Anordnung der Levelbausteine und Ereignissen zufallsgeneriert, was jeden Durchlauf einzigartig machen und laut den Entwicklern verhindern soll, dass der Spielablauf zur "Routine" verkommt. Um nicht alleine gegen Gegnerhorden antreten zu müssen, können dank Drop-In-Online-Multiplayer jederzeit andere Söldner zu Hilfe gerufen werden. (Lukas Urban, 19,4,2015)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Dieser Artikel entstand auf Basis einer Pressereise zu einem Sony-Event in London. Die Kosten für Reise und Aufenthalt wurden von Sony übernommen.

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