Servus TV und "Kronen Zeitung" starten Bundesländermagazin

16. April 2015, 00:02
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"Servus Krone" soll kein Landeshauptmann-Fernsehen werden

Wien/Salzburg - Servus TV und "Kronen Zeitung" gehen gemeinsame Wege: Der TV-Sender von Red Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz und die "Kronen Zeitung" bringen ab 27. April das neue Bundesländermagazin "Servus Krone" auf den Bildschirm.

Spekulationen über die Kooperation gab es bereits seit längerem, nun bestätigten Servus und "Krone" das gemeinsame Fernseh-Engagement. "Wir arbeiten schon seit Monaten an dem Projekt", erzählte Blank im APA-Interview.

Lückenlose Abdeckung

Für das gemeinsame TV-Format arbeiten die Servus-Redakteure eng mit den lokalen Bundesländer-Redaktionen der "Krone" zusammen. Die "Krone" ist in allen Ländern mit eigenen Redaktionsbüros vertreten. Die letzte Lücke wurde erst im Jänner in Vorarlberg geschlossen. Die redaktionelle Hoheit für "Servus Krone" liegt bei Servus TV, wie Blank und Riedler betonten. "Wir fungieren wie eine kleine Agentur, die Inhalte zur Verfügung stellt, aus denen Servus Programm macht. Wir haben in jedem Bundesland - bis auf Salzburg und Wien - gemeinsame Räume in den 'Krone'-Büros eingerichtet", so Riedler.

ORF wollte nicht

In Wien hat der in Salzburg ansässige Sender seit kurzem ein Hauptstadtbüro und -Studio mit acht Mitarbeitern im Mediaquarter Marx eingerichtet. "Der ORF wollte nicht hin, also ist Servus hingegangen", meinte Riedler. Insgesamt sollen zwischen 25 und 28 festen Mitarbeitern für "Servus Krone" arbeiten, dazu gibt es eine Stab an freien Mitarbeitern. Claudia Maxones und Reinhard Jesionek sowie Denise Neher und Philipp McAllister bilden die beiden Moderationspaare, die sich wöchentlich ablösen. Produziert wird in Salzburg. Kolportierten Kosten von 7 Millionen Euro pro Jahr wollte Blank nicht kommentieren.

Die "Krone"-typischen "Blood and Crime"-Themen werde man "eher weniger" abarbeiten. "Wir werden zwar die Augen nicht vor der Realität verschließen, aber es gibt so viele schöne Geschichten." Und: "Es soll kein Landeshauptmann-Fernsehen werden", so Blank. Ein Vorwurf mit dem der ORF und seine Länderschiene "Bundesland heute" immer wieder konfrontiert sind. "Das kann man nicht besser machen als es derzeit ist", ließ auch Riedler diese Auflage in Richtung ORF nicht aus.

Todeszone

Der direkten Konfrontation mit dem reichweitenstarken ORF-Format geht man allerdings aus dem Weg und setzt auf die Zeit von 18.30 bis 18.55 Uhr, für die der ORF zuletzt in internen Diskussionen bei sich selbst Optimierungsbedarf geortet hatte. Dass der Vorabend bei TV-Programmplaner den Ruf einer "Todeszone" hat, stört Blank nicht. "Ich würde es nicht Todeszone nennen. Ja, wir haben Respekt. Die Access Prime ist ein hart umkämpfter Timeslot. 90 Prozent der Zuschauer fangen im Vorabend an einzusteigen. Dort muss man sich Marktanteile erst erkämpfen und halten. Da braucht es auch Kontinuität. Das kann schon ein paar Monate dauern."

Boulevard und Öffentlich-Rechtlich

Dass sich das boulevardeske Image der "Krone" auf die mit öffentlich-rechtlichen Inhalten aufgeladene Marke Servus negativ auswirken könnte, glaubt Blank nicht. "Ich sehe das nicht so problematisch. Es kommt darauf an, dass wir auch mit dem Bundesländermagazin unser Grundversprechen erfüllen, gute Qualität abzuliefern. Mir wäre lieber, die Leute würden urteilen und nicht vorurteilen. Wir werden jedenfalls alles tun, um die Zweifler eines Besseren zu belehren." (APA/red, 16.4.2015)

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