Niederländer bekommen Recht auf Arbeit daheim

16. April 2015, 11:55
167 Postings

In den Niederlanden wird das Recht auf Arbeit im Homeoffice gesetzlich verankert

Den Haag – Homeoffice oder nicht: Die Frage bewegt schon lange die Gemüter. Technisch spricht nichts mehr dagegen. Ob sich die Sache für Firma wie Mitarbeiter rechnet, darüber wird immer wieder erbittert debattiert.

Marissa Mayer sorgte vor zwei Jahren bei ihrem Antritt als Chefin des Internetkonzerns Yahoo für heftige Reaktionen, als sie quasi der gesamten Belegschaft eine Rückholaktion vom Homeoffice in die Firmenzentrale verordnete. "Um der absolut beste Arbeitsplatz zu werden, sind Kommunikation und Zusammenarbeit wichtig, also müssen wir Seite an Seite arbeiten", erklärte sie damals. "Wir müssen ein Yahoo sein, und das beginnt damit, dass wir räumlich zusammen sind."

Verankerung auf gesetzlicher Ebene

In den Niederlanden gehen die Uhren anders. Das Recht auf Arbeit daheim wird nun sogar gesetzlich verankert: Die Erste Kammer des Parlaments verabschiedete am Dienstag einen entsprechenden Gesetzesvorschlag. Niederländische Arbeitnehmer dürfen demnach künftig zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit zu Hause arbeiten.

Künftig dürfen es Arbeitgeber nur noch aus schwerwiegenden betrieblichen Gründen ablehnen, wenn ein Mitarbeiter sich seine Arbeitszeit flexibel einteilen und einen Teil zu Hause erledigen möchte. Auf diese Weise soll es Arbeitnehmern leichter gemacht werden, Arbeit und die Sorge für Kinder oder kranke Angehörige zu kombinieren. Bisher konnten Arbeitnehmer nur eine Verkürzung der Arbeitsdauer beantragen. Das neue Gesetz gilt nur für Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern.

Ein Viertel würde auf dem Mars arbeiten

Geht es nach einer Studie des IT-Konzerns Cisco, stehen die wahren Umbrüche ohnedies erst bevor. Demnach könnte die Reise in den kommenden Jahren sogar bis auf den Mars führen. Glaubt man den Ergebnissen des "Cisco Connected World Technology Report 2014", wäre immerhin rund ein Viertel der Arbeitnehmer bereit, auf den Mars oder einen anderen Planeten zu ziehen, wenn ihr Unternehmen dort eine Niederlassung eröffnen würde.

Weg vom herkömmlichen Nine-to-five-Job und hin zu einem Arbeitstag mit längeren Pausen zwischendurch, der dafür aber bis in die späten Abendstunden dauert: Das ist laut dieser Studie der Trend. Ein Viertel der Befragten gab in der globalen Studie (Österreich nahm nicht teil) an, dass ihnen ihr Unternehmen auch die Arbeit von zu Hause aus ermöglicht.

Telekom-Eigner wünscht sich Dreitagewoche

Auch Telekom-Austria-Mehrheitseigentümer und Milliardär Carlos Slim dachte schon laut über die Arbeitsorganisation der Zukunft nach. Die Arbeitswoche sollte laut seinem Dafürhalten auf drei Tage verkürzt werden. Der Arbeitstag sollte dafür allerdings zehn bis elf Stunden dauern. Dafür gelte es allerdings das Pensionsantrittsalter auf 70 bis 75 Jahre zu erhöhen. Die Dreitagewoche und vier freie Tage würden, behauptet der 74-Jährige, mehr Zeit für Entspannung und mehr Lebensqualität bringen. Die Produktivität der Arbeitskräfte würde dadurch steigen. (rebu, derStandard.at, 16.4.2015)

  • Kann so eine Idylle denn Arbeit sein?
    foto: ap/jacobson

    Kann so eine Idylle denn Arbeit sein?

Share if you care.