Labbadia soll den HSV retten

15. April 2015, 09:58
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49-Jähriger löst überraschend Interimstrainer Knäbel ab: "Wir werden optimal vorbereitet in das Nordderby gehen"

Hamburg - Bruno Labbadia soll den deutschen Bundesligisten Hamburger SV vor dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte retten. Der 49-Jährige löst überraschend Interimstrainer Peter Knäbel ab und unterschrieb einen Vertrag bis Juni 2016, der auch für die zweite Liga gilt. Das gab der HSV am Mittwoch bekannt. Topkandidat Thomas Tuchel wurde abgesagt.

"Wir haben uns zu diesem Schritt entschieden, weil wir die Trainerfrage für die wichtigste halten. Mit Bruno Labbadia haben wir einen starken und auch im Abstiegskampf erfahrenen Trainer geholt", sagte Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer. Labbadia, der sich am Mittwochmorgen der Mannschaft und dem Betreuerteam vorstellte, kündigte an: "Ich erwarte volle Hingabe und Leidenschaft aller Beteiligten in den kommenden Wochen. Wir müssen uns jetzt schnell ein Erfolgserlebnis erarbeiten." Sein Debüt feiert der zweifache deutsche Nationalspieler ausgerechnet im Nordderby bei seinem Ex-Klub Werder Bremen am Sonntag (15.30 Uhr).

Eine Saison, vier Trainer

Labbadia ist nach Mirko Slomka, Joe Zinnbauer und Knäbel der vierte HSV-Trainer in dieser Saison. Der Ex-Stürmer war bereits von Juli 2009 bis April 2010 HSV-Coach und lief von 1987 bis 1989 für die Hamburger auf. Zuletzt arbeitete er bis August 2013 beim VfB Stuttgart.

Der in der Öffentlichkeit vielzitierte Thomas Tuchel ist damit kein HSV-Thema mehr. "Wir hatten mehrere Gespräche, haben aber keine Einigung erzielen können. Darum haben wir uns entschieden, die Gespräche zu beenden", sagte Beiersdorfer.

Bundesliga-Schlusslicht

Nach acht Spielen ohne Sieg sind die Hamburger auf den letzten Tabellenplatz abgestürzt. Dem Bundesliga-Dinosaurier droht der erste Abstieg der Vereinsgeschichte, der Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt derzeit vier Punkte.

"Wir haben keine Zeit zu verschenken. Wir werden optimal vorbereitet in das Nordderby bei Werder gehen und ebenso fokussiert die folgenden Spiele angehen. Für uns zählt jeder Punkt", sagte Labbadia und appellierte an die Spieler, "bis zum letzten Spieltag ohne Wenn und Aber als Einheit aufzutreten".

Der zuletzt als Interimscoach eingesetzte Knäbel kehrt in seine ursprüngliche Rolle als Direktor für Profifußball zurück. "Wir haben unsere Entscheidungen, unsere Maßnahmen und sämtliche Auftritte und Erkenntnisse reflektiert und sind gemeinsam zum Entschluss gekommen, dass die längerfristige Klärung der Trainerposition noch einmal wichtige Energie im Abstiegskampf freisetzen kann", sagte Knäbel, der die beiden Spiele als Trainer bei Bayer Leverkusen (0:4) und gegen den VfL Wolfsburg (0:2) verloren hatte. (sid, 15.4.2015)

  • Bruno Labbadia soll den HSV in ruhigere und vor allem sichere Gewässer steuern.
    foto: ap/ matthias schrader

    Bruno Labbadia soll den HSV in ruhigere und vor allem sichere Gewässer steuern.

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