"Transzendenzen": Neonstürme und scharfkantige Wolken

14. April 2015, 17:20
1 Posting

Die Ausstellung bringt freie Malerei ins Parlament

Wien - Demnächst werden Nationalratsabgeordnete inmitten von Neonstürmen des Malers Herbert Brandl tagen; oder auch umgeben von metallfarbenen Atmosphären Erwin Bohatschs. Zwischendurch ins Narrenkastl Schauende werden sich aber auch in den wolkig-scharfkantigen Geometrien Walter Vopavas verlieren können.

Transzendenzen nennt sich die heurige Ausstellung zeitgenössischer Kunst im Parlament. Setzte Kurator Hans-Peter Wipplinger im Vorjahr, bei seiner ersten Schau im Hohen Haus, auf rationale, konstruktivistisch-geometrische Zugänge, präsentiert er nun ungegenständliche, selbstreflexive Ansätze. Freie Malerei soll zu Wahrnehmung jenseits gewöhnlicher Sinneserfahrung einladen und Abgeordneten sowie angemeldeten Besuchern eine "Ahnung anderer Wirklichkeitsebenen" vermitteln. Ein schönes Ziel fürs Parlament, muss man sagen.

Dass sich Nationalratspräsidentin Doris Bures über "junge Bilder an alten Wänden" freute, mag einen indes zum Schmunzeln bringen. Denn wiewohl die Bilder freilich jünger sind als der Theophil-Hansen-Bau am Ring, muss man in Bezug auf die österreichische Kunstgeschichte sagen, dass sich hier eher die angegrauten Eminenzen der Malerei ein Stelldichein geben: Martha Jungwirth, Hubert Scheibl und Franco Kappl, als 1962 Geborener der Jüngste im Bunde, komplettieren Wipplingers Selektion. (Roman Gerold, DER STANDARD, 15.4.2015)

Bis März 2016

  • Hubert Scheibl: "... I am scared, Dave" (2001: A Space Odyssey), 2009/10 könnte im Parlament für Grenzerfahrungen sorgen.
    foto: ditz fejer, courtesy of atelier hubert scheibl

    Hubert Scheibl: "... I am scared, Dave" (2001: A Space Odyssey), 2009/10 könnte im Parlament für Grenzerfahrungen sorgen.

Share if you care.