UN-Waffenembargo gegen Huthis im Jemen

14. April 2015, 17:06
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Irans Außenminister Zarif präsentierte Vier-Punkte-Programm zur Konfliktlösung

Sanaa/Teheran/Madrid - Rückschläge an mehreren Fronten gab es am Dienstag für die Huthis imJemen: Nach Darstellungen ihrer Gegner, der von Saudi-Arabien geführten Koalition, haben die schiitischen Kämpfer in mehreren Provinzen des Landes Gebiete verloren. Am Nachmittag verhängte der UN-Sicherheitsrat dann ein Waffenembargo gegen die Miliz und Sanktionen gegen mehrere ihrer Führungsfiguren.

Die Huthis werden in dem von Jordanien eingebrachten Papier zudem aufgefordert, sich aus den von ihnen eroberten Gebieten - darunter die Hauptstadt Sanaa - zurückzuziehen. Russland, das ähnliche Resolutionen in der Vergangenheit kritisch gesehen hatte, enthielt sich der Stimme.

Die Auseinandersetzungen im Jemen sind auch ein Stellvertreterkonflikt. Saudi-Arabien und seine sunnitischen Verbündeten unterstützen die auch von der internationalen Gemeinschaft anerkannte, aber weitgehend machtlose Regierung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Der Iran soll die schiitischen Huthis unterstützen. Diese sind auch mit Armeeteilen im Bund, die dem 2012 als Präsident abgesetzten Ali Abduallah Saleh die Treue halten.

Vier-Punkte-Plan

Irans Außenminister Mohammed Javad Zarif schlug am Dienstag in Madrid einen Vier-Punkte-Plan zur Lösung des Konfliktes vor. In diesem werden eine Feuerpause und humanitäre Hilfen gefordert. Zudem soll es nach den Vorstellungen Zarifs einen inner-jemenitischen Dialog und eine breit angelegte Regierung geben. Luftangriffe und auch Kämpfe am Boden seien "nicht die Lösung" für die Probleme des Landes.

Umkämpft war am Dienstag etwa die Hafenstadt Aden. Dort gab es erneut mindestens 30 Tote. Im Süden eroberten Stammeskämpfer den einzigen Gasterminal des Landes. (red, DER STANDARD, 15.4.2015)

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