Crowdfunding: Gesetzes-Entwurf in Begutachtung

14. April 2015, 16:58
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Das Alternativfinanzierungsgesetz soll den Geldaufbringungsmodus Crowdfunding auf rechtlich sichere Beine stellen

Wien - Das neue Alternativfinanzierungsgesetz wurde am Dienstag in Begutachtung geschickt. Erstmals soll damit das Crowdfunding auf eine gesetzliche Basis gestellt werden. "Wir wollen Crowdfunding als sinnvolle Ergänzung zur klassischen Kreditfinanzierung etablieren und damit den Unternehmergeist im Land stärken", sagt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (VP).

Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass es für Crowdfunding-Projekte bis zu einem Emissionsvolumen von 100.000 Euro keine gesetzlichen Voraussetzungen wie Informationspflichten geben soll. Projekte mit einem Bedarf zwischen 100.000 Euro und 1,5 Mio. Euro müssen ein Informationsblatt mit speziellen Informationen über das Projekt auflegen, eine Art "Prospektpflicht light". Für Projekte ab fünf Mio. Euro soll es die volle Prospektpflicht geben. Derzeit liegt die Grenze bei 250.000 Euro. Pro Person, Projekt und Jahr gilt eine Anlagebeschränkung von 5000 Euro. Diese Grenze kann aber überschritten werden, wenn der Investor im Monat mehr als durchschnittlich 2500 Euro netto verdient.

Emittenten dürfen binnen sieben Jahren in Summe nicht mehr als fünf Millionen Euro - abzüglich der bereits an die Anleger zurückgezahlten Beträge - über das neue Gesetz aufnehmen. Wird diese Schwelle überschritten, muss ein Kapitalmarktprospekt erstellt werden.

Das jährliche Potenzial für das Crowdfunding wird laut Staatssekretär Harald Mahrer (VP) auf 65 Mio. Euro geschätzt. Rechne man pro 10.000 Euro einen Arbeitsplatz, entspreche dies 6500 Arbeitsplätzen. (APA, DER STANDARD, 15.4.2015)

  • Anleger und Gründer bekommen Leitlinien, Die Politik hofft durch Crowdfunding auf neue Arbeitsplätze.
    foto: reuters/reka

    Anleger und Gründer bekommen Leitlinien, Die Politik hofft durch Crowdfunding auf neue Arbeitsplätze.

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