Verkehrslawine auf dem Arlberg

14. April 2015, 14:07
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Der Arlbergtunnel, Österreichs längster Straßentunnel, wird wegen Sanierung für ein halbes Jahr gesperrt. Umgeleitet wird über die Passstraße

St. Jakob – Den Gemeinden an der Arlberg-Passstraße zwischen Langen (Vorarlberg) und St. Jakob (Tirol) droht eine Verkehrslawine. Denn ab 21. April wird der Arlberg-Straßentunnel für ein halbes Jahr gesperrt. Der Verkehr, 8.000 bis 20.000 Fahrzeuge pro Tag, muss über die Passstraße geführt werden.

Die Vollsperre des Tunnels sei nicht zu umgehen, sagte Klaus Fink, Geschäftsführer der Asfinag Alpenstraßen GmbH, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in St. Jakob. Allein für den Bau der zusätzlich 37 Fluchtwege und acht Pannenbuchten seien bis zu 40 Sprengungen pro Tag notwendig.

Mehr Sicherheit im Tunnel

Der 1978 errichtete Straßentunnel, mit 14 Kilometern der längste Österreichs, soll sicherheitstechnisch in Etappen bis 2017 auf den neuesten Stand gebracht werden. Dazu gehören Thermoscanner, die eine Überhitzung bei Lastkraftwagen orten, eine Hochdrucksprühnebelanlage und akustische Warnsysteme.

Ab 15. November soll der Tunnel tagsüber wieder zur Verfügung stehen. Die nächste Totalsperre folgt dann 2017. Die Sanierung kostet rund 160 Millionen Euro.

Wirtschaft hat keine Freude

Nur etwa die Hälfte des Schwerverkehrs darf über den Pass fahren. Die Ziel- und Quellverkehrszonen sind genau definiert. Wer ohne Genehmigung unterwegs ist, wird an den Kontrollstellen zurückgeschickt. Die Passstraße wurde für 1,8 Millionen Euro mit zusätzlichen Ausweichbuchten ausgestattet.

"Wir haben mit der Sperrung grundsätzlich keine Freude", sagt Anton Prantauer, Bezirksobmann der Wirtschaftskammer Landeck. "Langfristig und vorausschauend wäre die Grabung einer zweite Tunnelröhre sinnvoll gewesen, in die man den Verkehr umleitet, während man die andere saniert." Das nun vorliegende Konzept hält er für "gerade noch" tragbar. "Unfälle dürfen am Pass halt keine passieren, sonst steht da oben alles." (jub, mika, DER STANDARD, 15.4.2015)

www.asfinag.at/arlbergtunnel

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