Iran: Russisches Raketenabwehrsystem verstärkt Kampf gegen IS

14. April 2015, 14:50
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Russland liefert Flugabwehrsystem an den Iran - USA hatte Kritik an Waffenlieferung geübt

Teheran - Das Verteidigungsministerium in Teheran ist Kritik an der geplanten russischen Lieferung des modernen Flugabwehrsystems S-300 an den Iran entgegengetreten. Das Waffensystem werde bilaterale Bemühungen zur Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verstärken, sagte Verteidigungsminister Hussein Dehghan am Dienstag Medienberichten zufolge.

"Die regionale und überregionale Gefahr des IS-Terrorismus hat diese neue Zusammenarbeit mehr denn je nötig gemacht", sagte er. Das neue Abwehrsystem wird nach seiner Darstellung die Sicherheit aller Länder in der Region stärken.

Kritik des US-Außenministeriums

Das US-Außenministerium äußerte sich unterdessen besorgt wegen der Entscheidung von Präsident Wladimir Putin, der einen 2010 verhängten Lieferstopp für das Flugabwehrsystem an den Iran mit sofortiger Wirkung aufgehoben hatte. Die Lieferung verstoße zwar nicht gegen UNO-Sanktionen, sagte Marie Harf, die Sprecherin des US-Außenministeriums am Montag (Ortszeit). Der Iran trage aber zur Destabilisierung im Jemen, in Syrien und im Libanon bei. Es sei deswegen "nicht der richtige Zeitpunkt", um dem Iran das Waffensystem zu liefern.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte zuvor gefordert, die Strafmaßnahmen gegen das islamische Land aufzuheben und als Grund Fortschritte in den jüngsten Atomverhandlungen genannt. Für die Region stelle die russische Anlage keine Bedrohung dar - "auch nicht für Israel", sagte Lawrow. Es handle sich um ein "reines Abwehrsystem", wie es der Iran gerade jetzt wegen der Unruhen im Jemen brauche.

Merkel: Sanktionen bald geschlossen aufheben

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Kritik an der Entscheidung Russlands geäußert, dem Iran bald ein Flugabwehrsystem zu liefern und so das internationale Sanktionssystem gegen Teheran infrage zu stellen. "Ich plädiere dafür, dass man Sanktionen möglichst geschlossen aufhebt", sagte sie am Dienstag nach ihrem Gespräch mit dem indischen Premierminister Narendra Modi in Berlin.

Zunächst sehe sie weiterhin das Rahmenabkommen von Lausanne zu den noch laufenden Verhandlungen über das iranische Atomprogramm als "wichtigen Schritt", betonte Merkel. Auf dieser Grundlage gelte es nun weiterzuarbeiten. Modi gab sich angesichts der Entwicklung zwischen der internationalen Gemeinschaft und Iran zuversichtlich: "Ich freue mich, dass die Gespräche erfolgreich waren. Das wird auf das Sicherheitsklima in der ganzen Region Auswirkungen haben." (APA, 14.4.2015)

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