Vienna Insurance Group leidet unter der Heta

14. April 2015, 12:07
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Niedrig Zinsen könnten das Finanzergebnis des Konzers heuer um einen dreistelligen Millionen-Betrag belasten

Wien - Die Vienna Insurance Group (VIG) hat bereits in der Bilanz 2014 rund 79 Millionen Euro von der Badbank Heta (früher Hypo Alpe Adria) zur Gänze abgeschrieben. Das berichtete VIG-Chef Peter Hagen am Dienstag bei der Präsentation des Jahresergebnisses. Der Betrag setzt sich folgendermaßen zusammen: 54 Mio. Euro an nachrangigen Anleihen wurden komplett abgeschrieben und die Hälfte der 50 Mio. Euro an Senior-Anleihen. Hagen wies darauf hin, dass alle Anleihen von Kärnten garantiert wurden.

Hätte man im Februar bilanziert, also bevor die Heta am 1. März unten die Fittiche der Abwicklerin FMA gestellt wurde, hätte die VIG ein um 25 bis 26 Mio. besseres Ergebnis gehabt.

Durch die Landes-Haftung habe man damals tiefere Zinsen akzeptiert, nicht zuletzt auch deswegen, damit die Anleihen als mündelsicher gelten, kritisierte Hagen.

Tieferes Finanzergebnis

Falls die Zinsen weiter so tief bleiben, könnte das Finanzergebnis des börsenotierten VIG-Konzerns heuer um einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag zurückgehen, so Finanzvorstand Martin Simhandl. 2014 hatte das Finanzergebnis 1,117 Mrd. Euro ausgemacht, nach 1,227 Mrd. Euro im Jahr 2013.

Der zu erwartende Rückgang im ordentlichen Finanzergebnis aufgrund des Niedrigzinsumfelds könne durch die angestrebte Verbesserung bei den versicherungstechnischen Ergebnissen "vielleicht nicht wettgemacht werden", so Hagen zum VIG-Ausblick auf das Gesamtjahr. Höhere Kapitalerträge auf Kosten höherer Risiken in der Veranlagung anzustreben, komme für den Konzern auch künftig nicht in Frage, betont das Unternehmen.

Leichtes Minus

Die Versicherungsprämien des Konzerns sanken im Vorjahr auf 9,1 Mrd. Euro, was einen Rückgang um 0,8 Prozent bedeutet. Hagen führt das unter anderem auf Einmalleffekte in Polen zurück. Dort habe man die kurzfristigen Einmalerläge zurückgefahren, als die Umsätze hoch, der Ertrag aber gering war. Diese Portfoliobereinigung habe 160 Mio. Euro gekostet.

In Italien habe die Tochter Donau-Versicheurng die Prämien erhöht und Konditionsanpassungen vorgenommen. Das habe zu einem Prämienrückgang um 100 Mio. Euro geführt.

In Rumänien wiederum habe man sich aus dem nicht ertragreichen Kfz-Geschäft zurück gezogen. Und in Tschechien wurden 100 Mio. Euro an Wechselkursverlusten eingefahren. Euro verloren. (cr, derStandard.at, 14.4.2015)

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    grafik: apa
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