Schwacher Euro verteuert Reisen, aber nicht überall

14. April 2015, 13:03
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Der Euro ist auf Talfahrt und lässt so manches Reiseziel auch finanziell in weite Ferne rücken. Insbesondere amerikanische und asiatische Länder haben sich für österreichische Urlauber deutlich verteuert. Welche Regionen dennoch die Reisekasse schonen und wie sich im Vergleich die Städte in Österreich entwickeln, zeigt das Preisbarometer eines Buchungsportals

Wer dieses Jahr in die USA reisen möchte, sollte deutlich früher anfangen zu sparen und die Reisekasse kräftig aufstocken. Denn gegenüber dem US-Dollar verlor die Einheitswährung innerhalb eines Jahres zeitweise rund 30 Prozent. Somit verteuern sich - andere Faktoren außen vorgelassen - beispielsweise Eintrittskarten, Hotelzimmer oder Restaurantbesuche in den USA für Euro-Touristen um nahezu ein Drittel.

foto: ap photo/mark lennihan
New York

Andere Reiseziele sind ebenfalls deutlich teurer geworden. Insbesondere in asiatischen Ländern müssen Reisende gegenüber dem Vorjahr wesentlich mehr auf den Tresen legen. Dies belegt auch das Hotelpreisbarometer von Hotel.de, das die Entwicklung der Übernachtungskosten in bedeutenden Metropolen zeigt.

So stiegen die durchschnittlichen Zimmerpreise vor allem in Hong Kong um 31,71 Prozent auf 188,57 Euro und in Shanghai um 22,49 Prozent auf 112,80 Euro. Auch in Singapur (plus 8,37 Prozent auf 166,66 Euro) und Seoul (plus 10,60 Prozent auf 153,62 Euro) müssen Touristen aus der Euro-Region dieses Jahr tiefer in die Taschen greifen. Lediglich die Hotellerie in Tokio schont die Reisekasse ihrer Gäste (minus 4,09 Prozent auf 138,09 Euro).

  Stadt März 2015 März 2014 Vgl. März 2015 zu
März 2014 in %
1. New York 208,80 146,81 42,23
2. Sydney 194,69 182,30 6,80
3. Hong Kong 188,57 143,17 31,71
4. Singapur 166,66 153,78 8,37
5. Seoul 153,62 138,90 10,60
6. Rio de Janeiro 141,76 126,88 11,73
7. Tokio 138,09 143,97 -4,09
8. Shanghai 112,80 92,09 22,49
9. Buenos Aires 107,99 95,69 12,86
10. São Paulo 105,57 104,11 1,40
Ergebnisse des Hotelpreisbarometers für ausgewählte internationale Metropolen (Durchschnittspreise in Euro je Nacht und Zimmer)*

Starke Preisnachlässe in nördlichen Metropolen

Während bei Fernzielen fast durchweg hohe Aufschläge zu verzeichnen sind, können viele europäische Destinationen dagegen mit niedrigeren Reisekosten punkten. Insbesondere Skandinavien ist ein heißer Reisetipp. Sogar in den großen nordischen Metropolen sind die Hotelpreise deutlich gesunken. Im norwegischen Oslo verringerte sich der Durchschnittspreis um 13,28 Prozent auf 128,59 Euro, im finnischen Helsinki um 12,48 Prozent auf 128,70 Euro. Auch Stockholm (138,62 Euro) und Kopenhagen (131,36 Euro) locken mit Preisnachlässen.

Moskau

Wer besonders viel Hotel fürs Geld möchte, der gönnt sich einen Urlaub in Tschechien. Gerade mal halb so teuer wie die dänische Hauptstadt präsentiert sich beispielsweise die Prager Hotellerie. Mit durchschnittlich 65,03 Euro können Urlauber in keiner anderen europäischen Hauptstadt günstiger übernachten. Wen es eher gen Süden zieht, der sollte insbesondere Athen (minus 11,78 Prozent auf 71,76) und Rom (minus 4,97 Prozent auf 92,27 Euro) ins Visier nehmen.

foto: stadt dornbirn
Dornbirn

In Madrid haben sich Hotelzimmer dagegen um rund 14 Prozent verteuert, dennoch sind Übernachtungen mit durchschnittlich 81,98 Euro hier noch vergleichsweise günstig. Wer dieses Jahr in die USA reisen möchte, sollte deutlich früher anfangen zu sparen und die Reisekasse kräftig aufstocken. Denn gegenüber dem US-Dollar verlor die Einheitswährung innerhalb eines Jahres zeitweise rund 30 Prozent. Somit verteuern sich - andere Faktoren außen vorgelassen - beispielsweise Eintrittskarten, Hotelzimmer oder Restaurantbesuche in den USA für Euro-Touristen um nahezu ein Drittel.

  Stadt März 2015 März 2014 Vgl. März 2015 zu
März 2014 in %
1. London 154,45 140,48 9,94
2. Bern 150,43 138,18 8,87
3. Stockholm 138,62 149,10 -7,03
4. Kopenhagen 131,36 136,63 -3,86
5. Brüssel 129,69 127,33 1,85
6. Paris 129,12 128,21 0,71
7. Helsinki 128,70 147,06 -12,48
8. Oslo 128,59 148,28 -13,28
9. Amsterdam 113,83 121,66 -6,44
10. Moskau 111,65 143,51 -22,20
11. Rom 92,27 97,10 -4,97
12. Wien 88,51 87,37 1,30
13. Berlin 86,49 83,47 3,62
14. Madrid 81,98 71,86 14,08
15. Warschau 79,70 79,61 0,12
Ergebnisse des Hotelpreisbarometers für europäische Hauptstädte
(Durchschnittspreise in Euro je Nacht und Zimmer)*

Dornbirn mit kräftigem Aufschlag, Salzburg vergleichsweise günstig

In vielen österreichischen Städten mussten Zimmersuchende ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Verschiedene Veranstaltungen ließen insbesondere in Dornbirn auch die Kassen der Hoteliers klingeln und die durchschnittlichen Übernachtungskosten deutlich um 12,04 Prozent auf 90,28 Euro ansteigen. In Linz (89,30 Euro), Graz (81,46 Euro) und Steyr (81,44 Euro) erhöhten sich die Zimmerpreise immerhin um mehr als 4 Prozent. Sparen konnten Gäste dagegen in Innsbruck (minus 2,14 Prozent auf 92,26 Euro) und Salzburg (minus 3,05 Prozent auf 75,26 Euro). Die Geburtsstadt Mozarts präsentiert sich damit vergleichsweise günstig. (red, derStandard.at, 14.4.2015)

  Stadt März 2015 März 2014 Vgl. März 2015 zu
März 2014 in %
1. Innsbruck 92,26 94,28 -2,14
2. Schwechat 92,19 91,84 0,38
3. Dornbirn 90,28 80,58 12,04
4. Linz 89,30 85,57 4,36
5. Wien 88,51 87,37 1,30
6. Bregenz 86,05 84,77 1,51
7. Klagenfurt am Wörthersee 83,70 84,22 -0,62
8. Graz 81,46 77,61 4,96
9. Steyr 81,44 78,20 4,14
10. Salzburg 75,26 77,63 -3,05
Ergebnisse des Hotelpreisbarometers für ausgewählte Städte in Österreich
(Durchschnittspreise in Euro je Nacht und Zimmer) *

* Währungsumrechnungen basieren auf Durchschnittskursen des jeweiligen Monats

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