Hedgefonds wetten auf Heta-Profite

14. April 2015, 11:05
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Hohes Risiko, hohes Gewinnpotenzial: Von Engagement in Anleihen der Hypo-Bad-Bank erwartet sich so manch Investor Profite

Wien/Klagenfurt – Im Hypo-U-Ausschuss in Wien ist derzeit die politische Aufarbeitung der Hypo-Pleite im Gange. Andernorts wird hingegen in mehrfacher Hinsicht heftig gerechnet.Während die Europäische Zentralbank (EZB) einem Zeitungsbericht zufolge die ihr unterstellten Banken zu hohen Abschreibungen auf ihre Engagements bei der heimischen Hypo-Bad-Bank Heta drängt, setzt so mancher Hedgefonds eher darauf, dass aus den Hinterlassenschaften der Krisenbank noch Profit zu schlagen ist.

So haben die Hedgefonds Palmerston Capital Management und Knighthead Capital Management laut Bloomberg News mit Anleihen der Heta Asset Resolution AG (die Bad Bank der früheren Hypo, Anm.) gehandelt. Ob die Rechnung der Hedgefonds aufgeht, hängt davon ab, ob die Heta auch zukünftig vom österreichischen Steuerzahler gestützt werden wird.

Heiße Kartoffel

"Ich würde das eine politische heiße Kartoffel nennen. Es geht natürlich um hohe Risiken bei einem zugleich hohen Gewinnpotenzial", stellte der leitende Bankenanalyst Jonathan Tyce von Bloomberg Intelligence fest. Am Ende geht es darum abzuschätzen, wie hoch am Ende die Beteiligung der Gläubiger, der so genannte "Haircut", ausfallen wird.

Bloomberg beruft sich auf einen Insider, der erklärt, dass Palmerston-Chef Stuart Wain auf Verluste bei den Heta-Anleihen gesetzt hatte und dafür zu Beginn dieses Jahres auch belohnt wurde: Die Anleihen sind in den letzten Monaten des Jahres 2014 bereits um etwa 25 Prozent gefallen und gaben im Januar um weitere 14 Prozent nach, als die heimische Regierung den Stopp der Staatshilfen erwog. Anschließend sei Wain im März wieder eingestiegen, so die informierte Person. Kommentare von den Hedgefonds Palmerston und Knighthead gab es zu dem Thema nicht.

Schelling: Bund haftet nicht für Länder

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) stellte indes klar, dass Liquiditätshilfen des Bundes für das Land Kärnten nicht unbegrenzt gewährt werden.

In einem Interview mit der Zeitschrift "Der Börsianer" hat Schelling noch einmal bekräftigt, dass die Republik nicht für die Kärntner Landeshaftungen für die Hypo-Alpe-Adria-Nachfolgegesellschaft Heta haftet. Über die teils drastischen Reaktionen aus Deutschland ist er selbst überrascht. Vor allem, wer sich da alles melde. Etwa die Hypo Real Estate, die selbst ein "Riesendesaster" hingelegt habe, oder der deutsche Bankenverbandschef Michael Kemmer, der für Schelling "selbst Teil des Skandals" ist.

"Rein aus der verfassungsrechtlichen Sicht haftet der Bund nicht für die Länder", so der Finanzminister. Was Verhandlungen mit Gläubigern betrifft, so könne nur Kärnten als derjenige, der hafte, diese Schritte setzen, gemeinsam mit der Finanzmarktaufsicht (FMA). "Was wir tun können, ist zu unterstützen und auch Liquidität bereitzustellen. Die wird aber sicher nicht uneingeschränkt sein, und die wird primär in die ordnungsgemäße Abwicklung des Landeshaushalt gehen."

Österreich bewege sich beim Heta-Schuldenmoratorium auf europäischem Recht, das BaSAG (Bankenabwicklungsgesetz) setze die entsprechende europäische Richtlinie (BRRD) um. Jonathan Hill habe das auch als zuständiger Finanzkommissar bestätigt. Die Republik Österreich habe von Anfang an gesagt, sie stehe zu all ihren Verpflichtungen. (APA/red, derStandard.at, 14.4.2015)

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