Boko Haram: Bericht über Verschleppung von 2.000 Frauen in Nigeria

14. April 2015, 09:34
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90 Seiten umfassender Bericht, ein Jahr nachdem die Miliz mehr als 200 Schülerinnen in Chibok im Norden Nigerias verschleppt hatte

Dakar/London - Die radikalislamische Miliz Boko Haram hat laut Amnesty International seit Jahresbeginn mindestens 2000 Frauen entführt und sie als Sexsklavinnen, Kriegerinnen oder Köchinnen missbraucht. In einigen Fällen wurden die Frauen oder Mädchen von ihren Entführern umgebracht, sollten sie sich ihnen verweigern, berichtet die Menschenrechtsorganisation am Dienstag.

Erlangt Boko Haram, die die westliche Bildung als Sünde ansehen, die Kontrolle über eine Stadt, würden sie die Frauen und Mädchen zusammentreiben und sie in Häusern oder Gefängnissen einsperren. Der 90 Seiten umfassende Bericht von Amnesty International, der auf dutzenden Interviews mit Zeugen basiert, kommt ein Jahr nachdem die Miliz mehr als 200 Schülerinnen in Chibok im Norden Nigerias verschleppt hatte. Trotz der Bemühung des Westens, die Opfer aufzuspüren, wird die Mehrheit der Kinder weiterhin vermisst.

Unklar, ob Schülerinnen jemals gefunden werden

Unterdessen hat der neue Präsident von Nigeria, Muhammadu Buhari, erklärt, alles zu unternehmen, um die Schülerinnen zu befreien. Er räumte jedoch ein, dass es unklar sei, ob sie jemals gefunden würden.

Zuletzt hatte Nigerias Militär gemeinsam mit Tschad und Niger den Druck auf Boko Haram erhöht und mehrere Ortschaften befreit, darunter auch Damasak. Die Miliz kämpft seit Mitte 2009 für einen islamistischen Staat im Norden Nigerias. Allein im vergangenen Jahr tötete sie rund 10.000 Menschen. Sie hat ihre Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad ausgeweitet. (Reuters, 14.4.2015)

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