Heftige Kämpfe zwischen ukrainischen Truppen und Rebellen

14. April 2015, 17:39
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Ukrainische Armee: Sechs Soldaten getötet – Außenminister fordern Ende der Kämpfe

Moskau/Kiew - Trotz angeblicher Waffenruhe gibt es wieder Tote im Ukraine-Konflikt: Nach Angaben der ukrainischen Militärführung sind bei Gefechten innerhalb eines Tages sechs Soldaten ums Leben gekommen, zwölf wurden verletzt. Die härtesten Auseinandersetzungen gibt es derzeit um die nahe Donezk gelegenen Ortschaften Peski und Awdejewka, die sich auf ukrainischer Seite der Begrenzungslinie befinden. Laut einem Armeesprecher haben die Rebellen dabei erneut schwere Waffen eingesetzt.

Folter und Exekutionen

Es sind die höchsten offiziell vermeldeten Verluste der ukrainischen Streitkräfte seit über einem Monat. Auch der Gefangenenaustausch ist ins Stocken geraten. Rebellenführer Eduard Bassurin erklärte jüngst, dass die ukrainischen Soldaten übergelaufen seien und nicht mehr ausgetauscht werden wollten. Die Bürgerrechtsorganisation Amnesty International hingegen hat in der vergangenen Woche den Warlord Arseni Pawlow, genannt "Motorola", angeklagt, ukrainische Gefangene gefoltert und exekutiert zu haben.

Auf der anderen Seite warf der "Premier der Donezker Volksrepublik" Alexander Sachartschenko Kiew vor, die internationalen Vermittler zu täuschen und Panzertechnik vor Donezk zu konzentrieren. Die Rebellen beschuldigten ukrainische Soldaten zudem, eine OSZE-Beobachtergruppe in der Ortschaft Schirokino bei Mariupol beschossen zu haben. Die OSZE hat den Vorfall bislang nicht bestätigt. Verletzt wurde in Schirokino ein Reporter des russischen Armeesenders Swesda, der eine Sprengfalle auslöste.

Diplomatisches Tauziehen

Ein Treffen der Vermittlergruppe in Berlin endete ohne einen Durchbruch. Die Außenminister konnten sich lediglich darauf einigen, die in Minsk getroffenen Vereinbarungen nicht weiter aufzuweichen. Zudem forderten sie den beschleunigten Abzug schwerer Waffen - auch mit Kaliber unter 100 Millimeter. Es sei "noch ein langer Weg" zu einer friedlichen Lösung, räumte Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier anschließend ein.

Die Krise in der Ostukraine soll auch beim G-7-Gipfel in Lübeck besprochen werden. Ein Dialog ohne Beteiligung Russlands sei "wenig effektiv", kritisierte schon im Vorfeld Kremlsprecher Dmitri Peskow. Präsident Wladimir Putin ist zum Gipfel nicht eingeladen. (red, ab, DER STANDARD, 15.4.2015)

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