US-Senator Tom Cotton: Deal mit Iran könnte zu Atomkrieg führen

14. April 2015, 05:58
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Republikanischer Hardliner schließt Militärschlag Israels nicht aus - Brief an Teheraner Führung verteidigt

Washington - Der republikanische US-Senator Tom Cotton, der Initiator eines umstrittenen Briefes an die iranische Führung, hat für den Fall eines Atomabkommens mit Teheran vor einer möglichen nuklearen Konfrontation gewarnt. Dagegen könnten punktuelle Militärschläge gegen den Iran durchaus ausgeführt werden, ohne die USA in einen langen Krieg zu verwickeln oder dass schlimme Folgen für Israel drohten .

Der 37-jährige Hardliner aus Arkansas warnte am Montag in einem Interview mit "The Atlantic", sollte ein Deal mit dem Iran unterzeichnet und es der Islamischen Republik erlaubt werden, sich nuklear zu bewaffnen, wäre die Folge wahrscheinlich ein Atomkrieg. "Wenn wir der Art von Vorschlag, die die Administration von (US-Präsident Barack) Obama gemacht hat, zustimmen, könnte eine militärische Konfrontation in die Ferne rücken, aber sie könnte auch eine atomare sein", formulierte Cotton.

Bezüglich eines möglichen israelischen Angriffs verwies Cotton auf Israels Ex-Premier Ehud Barak, der gemeint habe, es würde "nur eine Nacht brauchen", um einen wirksamen Schlag gegen das iranische Atomprogramm auszuführen. Er habe zudem mit einer Reihe von israelischen Regierungsmitgliedern gesprochen, die das Risiko eines Vergeltungsangriffs der vom Iran unterstützten Hisbollah mit Raketen aus dem Libanon für vertretbar hielten. Cotton erinnerte auch an das israelische Raketenabwehrsystem "Iron Dome".

Brief an iranische Führung verfasst

Cotton hatte im März international für Aufmerksamkeit gesorgt, als er in einem von 47 republikanischen Senatoren unterzeichneten Brief die Führung in Teheran warnte, dass jeder nicht vom US-Kongress abgesegnete Atomdeal nur ein Abkommen zwischen Regierungen sei. Dieses könne vom Nachfolger Obamas, der das Weiße Haus im Jänner 2017 verlässt, für null und nichtig erklärt werden. Cotton verteidigte den Brief und wies die von Obama geäußerte Kritik, er unterminiere die Außenpolitik der Regierung, zurück. Der Brief habe nur "unbestreitbare Fakten" aufgezeigt. Die iranische Führung habe diese Botschaft hören müssen.

Die Verhandlungen zur Ausarbeitung eines Atomabkommens mit dem Iran könnten bereits kommende Woche fortgesetzt werden. "Wir erwarten, dass vielleicht sogar schon nächste Woche die Experten zusammenkommen und mit der Arbeit beginnen", sagte dazu die Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, am Montag (Ortszeit) in Washington. Noch stehe aber kein Termin fest. (APA, 14.4.2015)

  • Tom Cotton glaubt, punktuelle Militärschläge gegen den Iran könnten sinnvoll sein.
    foto: reuters/chris usher/handout

    Tom Cotton glaubt, punktuelle Militärschläge gegen den Iran könnten sinnvoll sein.

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