Spießrutenlauf im Supermarkt

Blog24. April 2015, 05:30
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Wie Eltern den Einkauf mit den Kindern so gestalten können, dass kein Stress entsteht

Nach dem Mittagessen holt Frau B. ihre drei und fünf Jahre alten Töchter vom Kindergarten ab. Meist versucht die Mutter bereits vor dem Abholen beider Kinder alles zu besorgen, denn das Einkaufen mit den Kindern gerät seit einigen Wochen jedes Mal zu einem Spießrutenlauf.

Während die Kleine im Einkaufswagen sitzt, läuft die Große durch den Supermarkt und möchte gerne dieses oder jenes in den Einkaufswagen legen und für sich haben. Bittet die Mutter sie, die Sachen wieder ins Regal zu legen, ist lautes Geschrei des Mädchens programmiert. Das Mädchen wirft sich auf den Boden, schreit, tobt und erzielt damit – als Nebeneffekt – natürlich die Aufmerksamkeit aller anderen rundherum. Und nicht genug, dass Frau B. schon von dem Aufstand ihrer Tochter ziemlich genervt ist, muss sie jetzt auch noch die Peinlichkeit der Reaktionen der Menschen rundherum ertragen.

Stressige Situation

Verständlicherweise möchte die Mutter nur eines: dass ihre Große blitzschnell zum Toben aufhört und sie damit dieser stressigen Situation entkommt. Gleichzeitig denkt sie, dass Nachgeben die falsche Reaktion wäre.

Alle Eltern kennen solche und ähnliche Begebenheiten, in denen der Nachwuchs sie auf eine harte Probe stellt und ihre Kreativität herausfordert. Eltern fragen sich, warum will unser Kind all diese Dinge mitnehmen? Wie kann ich es davon abhalten, dass es alles aus den Regalen nimmt und in den Einkaufswagen legt? Was soll ich tun, wenn das Kind herumschreit und tobt?

Kinder wollen mithelfen

Die Antworten auf diese Fragen beinhalten auch gleich Lösungsansätze: Kinder wollen auch etwas beitragen und mithelfen, und sie finden bunte Artikel einfach anziehend. Oder sie möchten auch etwas für sich einkaufen oder finden Einkaufen einfach langweilig und suchen nur nach Aufmerksamkeit.

Kinder reagieren sehr feinfühlig auf alles, was rund um sie passiert. Nehmen Sie sich daher Zeit für den Einkauf mit den Kindern. Lassen Sie Ihre Kinder manche Dinge entscheiden: Salat oder Gurke? Extrawurst oder Schinken? Semmel oder Brot? Überraschungsei oder Gummibärli?

Laden Sie Ihre Kinder ein, Ihnen beim Suchen oder Tragen, beim Schieben des Einkaufswagens, beim Zahlen an der Kassa zu helfen. Oder spielen Sie zu Hause Einkaufen und tauschen Sie dabei die Rollen.

Ihre Erfahrungen?

So einzigartig, wie jeder Mensch ist, sind auch die Begebenheiten, die Motivationen des Kindes und die Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit dem Alltag. Eine Patentlösung gibt es nicht.

Welche Erfahrungen haben Sie beim Einkauf mit Kindern gemacht? Posten Sie Ihre Fragen im Forum! (Andrea Leidlmayr, Christine Strableg, derStandard.at, 24.4.2015)

  • Salat oder Gurke? Überraschungsei oder Gummibärli? Lassen Sie Ihre Kinder manche Dinge entscheiden.
    foto: apa/dpa/julian stratenschulte

    Salat oder Gurke? Überraschungsei oder Gummibärli? Lassen Sie Ihre Kinder manche Dinge entscheiden.

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