Song Contest: Wien will alle Stückerln spielen

13. April 2015, 18:22
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Die Stadt will den Song Contest nutzen, um sich als Veranstaltungsort zu profilieren. Die Veranstalter laufen dabei fast Gefahr, zu viel auf einmal zu wollen

Wien - Ein Vorbild für zukünftige Austragungsländer des Eurovision Song Contest (ESC) möchte die Stadt Wien sein. Mit Nachhaltigkeit, neuen Größenordnungen und ausgiebigem Rahmenprogramm soll der Jubiläums-Song-Contest – es handelt sich um die 60. Ausgabe – unvergesslich werden. "Wir haben 48 Jahre nicht gewonnen, jetzt möchten wir auch für Wien alles herausholen, das möglich ist", verkündete ESC-Executive-Producer Edgar Böhm am Montag in Wien.

Auf dem mit 200 Metern bis dato längsten Wiener Red Carpet werden am Sonntag, dem 17. Mai, alle Künstler und Delegationen zum Empfang mit Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz entlangschreiten.

Sechs Tage lang Programm

Ab dann ist eine Woche lang Unterhaltung angesagt. Auf dem Rathausplatz sollen täglich ab der Mittagszeit rund 20.000 Besucher beschallt und belustigt werden. Der offizielle Teil startet dann am Montag (18. Mai) mit der "Fashion for Europe"-Modenschau, an der 14 Länder teilnehmen werden. Österreich ist dabei durch Lena Hoschek vertreten.

Im "ESC-Village" vor dem Rathaus präsentiert sich jedes Teilnehmerland mit einem Pavillon. "Little Europe" soll, umrahmt von kulinarischen Schmankerln aus Österreich, zum Kennenlernen der Teilnehmerländer einladen. An Semifinaltagen (Dienstag, 19. Mai und Donnerstag, 21. Mai) und am Finaltag (Samstag, 23. Mai) gibt es Public Viewing wie bei der Fußballeuropameisterschaft, an den anderen Tagen Musik und Programm für Kinder. Höhepunkte: das Udo-Jürgens-Tribute mit Double Andy Rühl am Mittwoch (20. Mai) und der Abend mit Conchita-Fokus am Freitag (22. Mai) – inklusive Lookalike-Contest.

Leinwände in ganz Österreich

Auch in den Bundesländern kann man sich zum Public Viewing treffen, der Schwerpunkt liegt offensichtlich in Oberösterreich. Wohl deshalb, weil es die Heimat des heurigen Österreich-Beitrags ist – The Makemakes werden am Donnerstag auch die Bühne auf dem Rathausplatz bespielen. Die Verhandlungen über Public-Viewing-Standorte in Tirol und Kärnten sind noch nicht abgeschlossen.

Geplant ist erstmals die Übersetzung von Liedern und der Moderation in internationale Gebärdensprache, die Veranstaltung ist als sogenanntes "Green Event" ausgeschrieben (der STANDARD berichtete). Auf der Gästeliste finden sich Namen wie Lys Assja. Die Schweizerin gewann den ersten Song Contest 1956. Wien will eben zeigen, was es alles kann. (jos, DER STANDARD, 14.4.2015)

  • Der österreichische Beitrag: The Makemakes.
    foto: apa/orf/thomas ramstorfer

    Der österreichische Beitrag: The Makemakes.

  • Public Viewing dank The Makemakes oberösterreichlastig.
    grafik: apa

    Public Viewing dank The Makemakes oberösterreichlastig.

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