Angespannte Menschenrechtslage

14. April 2015, 05:35
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Kasachstan ist auch auf dem Weltpressefreiheitsindex hinten zu finden

Wien - Die Menschenrechtslage in Kasachstan ist nicht nur nach Ansicht diverser NGOs äußerst angespannt. So bezeichnete etwa die deutsche Bundesregierung im Vorjahr die Menschenrechtslage in Kasachstan als "nicht zufriedenstellend". Insofern verwundert es nicht, dass Österreich in der Causa Alijew zwei Auslieferungsansuchen der Kasachen 2007 und 2011 abgelehnt hat. Auf dem Weltpressefreiheitsindex 2014 von "Reporter ohne Grenzen" befand sich Kasachstan auf Platz 161 von 179.

Kasachstan ist mit einer Fläche von 2,72 Millionen Quadratkilometer das neuntgrößte Land der Erde, Österreich hat gerade einmal 83.858 km2. Die Einwohnerzahl ist mit nicht ganz 18 Millionen vergleichsweise gering. Kasachstan ist laut Außenministerium das erste Land Zentralasiens, mit dem Österreich im Februar 1992 diplomatische Beziehungen aufgenommen hat. Es ist auch das erste Land in der Region, in dem Österreich (seit November 2007) mit einer Botschaft in der Hauptstadt Astana vertreten ist. Einen eigenen Handelsdelegierten gibt es seit Juli 2010 in Almaty. In Wien wurde Anfang 2010 ein bilaterales Investitionsschutzabkommen zwischen den beiden Ländern unterzeichnet.

Laut Außenministerium haben die Einnahmen aus dem Erdölexport zu einer sichtbaren Hebung des Lebensstandards in der Bevölkerung geführt. Präsident ist seit 1991 Nursultan Nasarbajew. Bei der Parlamentswahl 2012 erreichte die Partei des 74-jährigen Autokraten, Nur Otan (Licht des Vaterlands), zuletzt 80,74 Prozent. Das Vermögen der Familie Nasarbajews wurde 2010 auf sieben Milliarden US-Dollar geschätzt, schrieb Der Spiegel. (red, DER STANDARD, 14.4.2015)

  • Almaty, der mutmaßliche Tatort, ist Luftlinie 4600 Kilometer von Wien entfernt.
    foto: der standard

    Almaty, der mutmaßliche Tatort, ist Luftlinie 4600 Kilometer von Wien entfernt.

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