Übernahmeschlacht: Hahnenkämpfe

Kommentar13. April 2015, 17:43
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Es geht natürlich auch um das persönliche Ego der Führungsetage

Die börsennotierten Immobiliengesellschaften CA Immo, Immofinanz oder Conwert sind im Übernahmeabwehrfieber. Warum, ist leicht erklärt: Der Börsenkurs der heimischen Immobiliengesellschaften - mit Ausnahme der Buwog - notiert mit großen Abschlägen zum Nettovermögenswert der Gesellschaften. Das ist quasi die Einladung für Gesellschaften wie die Deutsche Wohnen, Conwert zu übernehmen. Der Kurs der Deutsche Wohnen hat nämlich einen Aufschlag zum Nettovermögenswert.

Warum CA Immo, Immofinanz, aber auch eine S Immo & Co Kursabschläge haben, verwundert nicht: Alle sind in Osteuropa investiert, einige wie etwa Immofinanz und Warimpex auch stark in Russland. Dass der Markt dort größere Probleme hat, ist bekannt. Dazu kommt, dass die Börsenliquidität vieler heimischer Immo-Gesellschaften im internationalen Vergleich nicht allzu groß ist und die Investoren daher nicht großvolumig disponieren können.

Beim Kampf CA Immo gegen Immofinanz und umgekehrt oder der Conwert-Übernahme durch Deutsche Wohnen geht es natürlich auch um das persönliche Ego der Führungsetage und einiger Eigentümer. Abseits dieser Hahnenkämpfe wären ein Zusammengehen von Immofinanz und CA Immo sowie die Übernahme der Conwert durch Deutsche Wohnen sinnvoll. Dann gebe es Potenzial, dass der Aktienkurs steigt und der Abstand zwischen Kurs und Nettovermögenswert pro Aktie schrumpft. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 14.4.2015)

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