Eine Berlinerin erwartet mit 65 Jahren Vierlinge

14. April 2015, 05:30
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Schwanger nach Samen- und Eizellenspende - Annegret Raunigk hat schon 13 Kinder und sieben Enkel

"Ich mag Kinder." So einfach ist das bei Annegret Raunigk. Im Herbst 2010, als der STANDARD schon einmal über sie berichtete, konnte die Berlinerin die Fragen nach ihrem "Exotentum" gar nicht so recht verstehen. Doch eine Besonderheit war sie schon damals: die älteste Mutter Deutschlands.

2005 hatte sie, mit 55 Jahren, ihre Tochter Leila auf die Welt gebracht. Die Schwangerschaft damals war einfach passiert und hatte Raunigk selbst überrascht.

Zumindest gibt es jetzt keinen Überraschungseffekt mehr. Aber die mediale Aufmerksamkeit ist noch größer als vor zehn Jahren. Denn mittlerweile ist die kurz vor der Pension stehende Englisch- und Russisch-Lehrerin aus dem Bezirk Spandau 65 Jahre alt und noch einmal schwanger. Die 13-fache Mutter und siebenfache Oma erwartet Vierlinge.

Trotz des bisherigen reichen Kindersegens sind diese eine Premiere: Sie sind ihr erster Nachwuchs, der künstlich gezeugt wurde. Raunigk wurde nach einer Samen- und Eizellenspende im Ausland schwanger. Nun ist sie in der 21. Woche, die Schwangerschaft verläuft laut TV-Sender RTL komplikationsfrei. Das RTL-Magazin Extra begleitet Raunigk bis zur Geburt und darüber hinaus. Bisher wurden alle 13 Kinder nicht nur auf natürlichem Weg gezeugt, sie sind auch auf eben solchem zur Welt gekommen.

Scharfe Kritik von Mediziner

Die Vierlinge allerdings werden per Kaiserschnitt geholt. In Deutschland wird die extrem späte Mutterschaft der Berlinerin bereits heiß diskutiert. So sagt Holger Stepan, Leiter der Geburtsmedizin am Universitätsklinikum Leipzig: "Man kann das nur verurteilen. Der 65-jährige Körper ist definitiv nicht darauf ausgerichtet, eine Schwangerschaft auszutragen, nicht von einem Kind und schon gar nicht von Vierlingen."

Für die Schwangere sei das Risiko von Bluthochdruck, Schwangerschaftsvergiftung oder Diabetes sehr hoch, bei den Kindern bestehe erhöhte Gefahr für Hirnblutungen, Infektionen oder Lungenschäden.

Raunigk hingegen sagt: "Ich finde, das muss man für sich selbst entscheiden. Und man sollte sich meiner Meinung nach auch nicht zu viel von anderen Leuten einreden lassen. Die könnten es ja halten, wie sie wollen, und ich halte es, wie ich es für richtig halte."

Sie geht davon aus, "gesund und fit" zu bleiben. Wie schon die anderen 13 Kinder will Raunigk die Vierlinge allein aufziehen, die Väter blieben nie lange. Läuft alles nach Plan, ist sie bei der Matura der Kinder 83 Jahre alt. (Birgit Baumann aus Berlin, DER STANDARD, 14.4.2015)

  • Ihre jüngste Tochter bekam Annegret Raunigk mit 55 Jahren.
    foto: birgit baumann

    Ihre jüngste Tochter bekam Annegret Raunigk mit 55 Jahren.

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