Liberale für Mitbestimmung, Transparenz und Katzen

Video14. April 2015, 07:00
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Die Junos wollen nach den Wahlen das "Zünglein an der Waage" sein und in die ÖH-Koalition einziehen

Wien – Eine Wahlurne aus Plexiglas ziert den Stand der Jungen liberalen Studierenden (Junos) an der Wiener Wirtschaftsuni. "Dein Beitrag, deine Entscheidung" ist auf dem Sticker, der an ihrer Front klebt, zu lesen. Spitzenkandidat Nikolaus Swatek teilt Kuchen aus und sammelt Vorschläge, wofür der ÖH-Beitrag verwendet werden soll.

fischer
Spitzenkandidat Nikolaus Swatek stellt sich und die Junos vor.

Geht es nach den Junos, wird künftig ein Drittel des Geldes in Projekte fließen, die die Studierenden selbst bestimmen. Möglich soll das mittels eines Online-Tools werden. Studierende sollen per Mausklick schon beim Einzahlen einen Zweck angeben können.

Dass Studierende selbst über den Verbleib ihres ÖH-Beitrags bestimmen sollen, macht Studentin Sophie G. allerdings skeptisch: "Ich denke, dass das ein zu großer administrativer Aufwand ist."

Was mit den 18 Euro geschieht, wissen die wenigsten, die der 24-jährige Swatek anspricht. Das soll sich ändern – "Transparenz" ist das Leitmotiv. Die ÖH soll ihre Finanzen offenlegen.

foto: christian fischer
Vor dem Wiener Juridicum verteilt Junos-Spitzenkandidat Nikolaus Swatek Flyer und Kuchen.

Swatek kämpft zum ersten Mal an der WU Wien um Stimmen. Eigentlich studiert er technische Physik an der Technischen Uni Graz. Das Studium ist aber gerade "auf Eis gelegt". Aktiv wurde er in der dortigen Studienvertretung: "ein cooler Haufen." Danach folgte ein Mandat in der Universitäts- und Bundesvertretung für die Fachschaftslisten (FLÖ).

Vom Schaf zur Sprechblase

An den FLÖ hat er mitlerweile einiges zu kritisieren: "Es gab keine Programmatik", sagt Swatek: "Die FLÖ haben sich auf Flyer-Verteilen und Spritzer-Ausschenken beschränkt." Bei den Treffen vor den ÖH-Wahlen wurden die Plakate selbst gestaltet: "Ich kann keine Schafe zeichnen. Meine sehen mehr aus wie Katzen", sagt Swatek. Jetzt beschriftet er Sprechblasen der Junos. "In den letzten zwei Jahren gab es keinen eigenen Antrag von den FLÖ, wir haben nur das gemacht, was uns die anderen Fraktionen vorgelegt haben. Das war recht inhaltslos", sagt Swatek.

Bei den Junos seien alle Ideen willkommen. Via Flugblatt suchten sie sogar nach Kandidaten und Kandidatinnen: "Gestalte deine Hochschule". An der TU Graz hat das auch funktioniert. "Wir haben einen Unabhängigen, dem wir eine Plattform bieten." Mitmachen können alle, nur die "Grundzüge" müssen stimmen.

foto: christian fischer
An der Wirtschaftsuniversität versucht Nikolaus Swatek Studierende von seiner Fraktion zu überzeugen.

Diese sind liberal, Farbe und Auftreten sind an das Pink ihrer Mutterpartei, der Neos, gelehnt. Mit deren Wissenschaftssprecher Niki Scherak haben sie ein Junos- Mitglied, das ihre Themen ins Parlament bringt, etwa die Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft. Studierende sollen sich nach dem ersten Semester aussuchen können, ob sie Teil der ÖH sein wollen oder nicht. "Wenn der Service passt, würden Studierende auch freiwillig in der ÖH bleiben", sagt er.

Wahlziel: Koalitionsbeteiligung

Sein Wahlziel liegt bei acht Prozent, eine Steigerung von etwa zwei Prozent zu den 6,4 Prozent der vergangenen Wahlen. "Wir wollen das Zünglein an der Waage für die Koalition sein", sagt Swatek. Koalieren wollen sie mit allen – außer dem Ring Freiheitlicher Studenten und den beiden kommunistischen Listen: "Ich denke nicht, dass diese Fraktionen die Interessen der Studierenden in den Vordergrund stellen."

Bis Mai wird noch um "jede Stimme" gekämpft: "Ich werde gerade erst warm", sagt Swatek.

Wissen

Bei den vergangenen Wahlen erreichten die Julis (die Jungen Liberalen) der Vorläufer der Junos 6,4 Prozent für die Bundesvertretung. Durch das indirekte Wahlrecht, kamen sie mit der Beschickung von den einzelnen Universitäten auf drei Mandate im bundesweiten Studierendenparlament. Ihr bestes Ergebnis erreichten sie an der Wirtschaftsuniversität Wien, wo sie 15,0 Prozent bekamen.

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