Niedergermanischer Limes soll Weltkulturerbe werden

13. April 2015, 13:59
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Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und drei niederländische Provinzen bereiten UNESCO-Antrag vor

Bonn - Deutschland und die Niederlande wollen den nördlichen Grenzabschnitt des römischen Reiches, den niedergermanischen Limes, zum UNESCO-Weltkulturerbe erheben. Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und drei niederländische Provinzen bereiten den Antrag vor: Die bereits bestehende Welterbestätte "Grenzen des Römischen Reiches" solle entsprechend erweitert werden.

Dazu wollen die Partner am 16. April in Bonn eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnen, wie das nordrhein-westfälische Ministerium für Stadtentwicklung mitteilte. Die Niederlande sollen die Bewerbung einreichen. Bis die Vorbereitungen abgeschlossen sind, könnten aber nach Einschätzung von Fachleuten noch einige Jahre vergehen.

Die Initiatoren rechnen sich gute Chancen aus, da schon mehrere Grenzabschnitte des römischen Reiches als Welterbe anerkannt sind: Der Hadrianswall (118 km) und der Antoniuswall (60 km) in Großbritannien sowie der obergermanisch-rätische Limes in Deutschland (550 km).

Der 385 Kilometer niedergermanische Limes reichte einst von der niederländischen Nordsee in Katwijk aan Zee bis ins rheinland-pfälzische Remagen. Die linksrheinisch verlaufende historische Grenze ist nach früheren Angaben der NRW-Landesregierung das größte lineare archäologische Denkmal in Europa.

Zu sehen sind heute noch Anlagen wie das Praetorium in Köln, das Hauptquartier der Römer in Niedergermanien. Sollte der Antrag angenommen werden, wäre es aber nicht die erste Welterbestätte, die sich über mehrere Länder erstreckt: Die Route der Seidenstraße im Tian Shan Gebirge führt durch China, Kirgistan und Kasachstan. Die große Inkastraße läuft wiederum durch Argentinien, Bolivien, Chile, Kolumbien, Ekuador und Peru. (APA, 13.4.2015)

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