Mordprozess: Grazer Ex-Banker soll Kunden zerstückelt haben

13. April 2015, 12:27
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Rund 223.00 Euro vom Konto des Opfers abgezweigt - Verhandlung beginnt am 27. April

Graz - Zwei ehemalige Angestellte einer Grazer Bank müssen sich ab 27. April wegen Mordes an einem Kunden im Straflandesgericht vor einem Geschworenensenat verantworten. Sie sollen den 54-jährigen Steirer gemeinsam erdrosselt, zerstückelt und in Kübeln mit Beton in der Mur versenkt haben. Zuvor dürfte das Duo 223.000 Euro vom Konto des Mannes abgezweigt haben. Der Prozess soll drei Tage dauern.

Den Angeklagten im Alter von 24 und 30 Jahren wird vorgeworfen, ab 2012 immer wieder Beträge in unterschiedlicher Höhe vom Konto des Kunden abgebucht zu haben. Damit finanzierten die beiden teure Kleidung, Urlaube, Besuche in Nachtlokalen, ihren Alkoholkonsum, aber auch die Hochzeit des jüngeren der beiden Banker.

Vorwurf wohlüberlegter Vorbereitungen

Als der 54-jährige Kunde, der psychisch labil und ab und zu auch betrunken gewesen sein soll, im Februar 2014 Verdacht schöpfte, sollen die beiden Männer den Mordplan geschmiedet haben. Ihnen wird vorgeworfen, wohlüberlegt einen Container mit Beleuchtung angemietet und in einem Baumarkt Kübel, Beton, Klebeband, schwarze Folie und eine Schnur gekauft zu haben.

Dann lockten sie den Kunden laut Anklage unter einem Vorwand in ein Auto, erdrosselten ihn vermutlich sofort und zerstückelten die Leiche. Die Einzelteile wurden in Kübeln einbetoniert und in der Mur versenkt, wo sie erst im Juni gefunden wurden. Die beiden Verdächtigen wurden bereits im Mai verhaftet, bisher war nur der Jüngere bezüglich der Tötung geständig. Den gewerbsmäßigen schweren Diebstahl in Form der Abbuchung vom Kundenkonto gaben beide zu.

Der Geschworenenprozess wurde von Richter Andreas Rom zunächst auf drei Tage anberaumt. Geladen sind mehr als zwanzig Zeugen sowie Sachverständige aus den Gebieten Molekulargenetik, Psychiatrie und Gerichtsmedizin. (APA, 13.4.2015)

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