Raiffeisen NÖ-Wien tief in roten Zahlen

13. April 2015, 17:08
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Unterm Strich Minus von 273 Millionen Euro

Wien - Raiffeisen Zentralbank (RZB) und die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI) haben ein tiefes Loch in die Bilanzen 2014 von Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und Raiffeisen-Holding gerissen. Bei der RLB NÖ-Wien, die die Beteiligung von 34,7 Prozent an der RZB konsolidierte, betrug das negative Ergebnis 272,9 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 145 Millionen Euro im Jahr 2013.

Grund dafür war der Verlust von 323 Millionen Euro beim Spitzeninstitut RZB, an dem die RLB Niederösterreich-Wien knapp 35 Prozent hält. Die RZB wiederum hält die Mehrheit an der Osteuropatochter RBI, die wegen Problemen in Ungarn und der Ukraine rote Zahlen geschrieben hatte.

Bei der Raiffeisen-Holding war das Konzernjahresergebnis mit 264,4 Millionen Euro ebenfalls negativ. Hier wirkten sich neben der Konsolidierung der negativen RZB/RBI-Zahlen auch eine Sonderabschreibung beim Mehl- und Mühlenkonzern Leipnik-Lundenburger Invest (LLI) in Höhe von 65 Mio. Euro ergebnismindernd aus.

Schwieriges Umfeld

Ohne die Verlustabschreibungen hätten die Zahlen - es sind noch Vorab-Zahlen - trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfelds rosiger ausgesehen, führte RLB-Chef Klaus Buchleitner aus. Raiffeisen NÖ-Wien habe begonnen, sich auf den "Umbruch in der Bankenbranche einzustellen". 2015 und 2016 werde es interne strukturelle Vereinfachungen beim Konzernaufbau geben. Nach dem Abbau von 50 Jobs im vorigen Jahr würde der natürliche Abgang derzeit nicht nachbesetzt.

Verschlankung steht auch bei der Holding auf dem Programm. Die Zahl der 550 Beteiligungen werde tendenziell sinken. Die Tochter Renergie wurde an das US-Energieunternehmen ContourGlobal verkauft.

Bei der Heta sei Raiffeisen mit rund sechs Mio. Euro involviert gewesen, erläuterte Buchleitner, dies habe man vor zwei Jahren wertberichtigt. Was Schiffs- und Hollandfonds betrifft, werde man aller Voraussicht nach berufen, sagte ein Sprecher von RLB NÖ-Wien. Wie der STANDARD berichtete, hat das Handelsgericht Wien entschieden, dass die Bank u. a. wegen fehlerhafter Beratung Schadenersatz zu zahlen hat. Der Verein für Konsumenteninformation will das Emissionshaus MPC in Deutschland klagen. (ruz; APA, DER STANDARD, 14.4.2015)

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