Waren "made in China" nicht mehr so stark gefragt

13. April 2015, 16:09
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Der überraschend starke Rückgang im Außenhandel weckt neue Sorgen um die chinesische Wirtschaft

Peking - Der Außenhandel der größten Handelsnation der Welt ist im ersten Quartal stärker eingebrochen als befürchtet. Das Im- und Exportvolumen Chinas fiel von Jänner bis März bei sehr starken monatlichen Schwankungen um insgesamt sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem die Importe sind um 17,3 Prozent eingebrochen. Die Exporte konnten trotz starken Rückgangs im März (14,6 Prozent) über das Quartal noch um 4,9 Prozent wachsen.

Die Kluft zwischen Exporten und Importen bescherte China für das erste Quartal daher einen Rekord-Handelsbilanzüberschuss von 755 Mrd. Yuan (116 Mrd. Euro). Der Handel stieg mit den USA und den Asean-Ländern, fiel aber mit Chinas größtem Partner EU um 2,1 Prozent und mit seinem drittgrößten Partner Japan um elf Prozent. Huang Songting, Sprecher der Zollbehörde, sprach von der "neuen Normalität" des sich auf sieben Prozent verlangsamenden wirtschaftlichen Wachstums, das auch den Außenhandel unter Abwärtsdruck setze. Er nannte auch Chinas Probleme mit Überproduktion und Überkapazitäten.

Im- und Exporte waren einst die Konjunkturlokomotive des Landes. "China kann seine Wirtschaft aber nicht mehr über den Außenhandel beleben", sagt Jörg Wuttke, Präsident der EU-Wirtschaftskammer. Er rechne mit einer Lockerung der Geldpolitik und Kreditvergabe durch die Zentralbank, um die Wirtschaft anzukurbeln. Auch der Anstieg der Verbraucherpreise im März mit 1,4 Prozent ist niedrig. Das wird als Zeichen für die schwache Binnennachfrage gewertet. (Johnny Erling aus Peking, DER STANDARD, 14.4.2015)

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