Hacker-Angriff auf Website von belgischer Zeitung "LeSoir"

13. April 2015, 07:22
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Chef: Kein konkreter Hinweis auf Zusammenhang mit Attacke auf TV5

Brüssel - Auf die Website von "Le Soir", eine der größten französischsprachigen Zeitungen in Belgien, ist eine Cyber-Attacke verübt worden. "Le Soir" werde regelmäßig von Hackern angegriffen, die Attacken würden dann aber schnell gestoppt, teilte der Chef der Zeitung, Didier Hamann, am Sonntagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

"Aber dieses Mal hat die Firewall nicht wie üblich funktioniert." Laut Hamann gab es aber keinen konkreten Hinweis darauf, dass dieser Angriff mit den islamistischen Hacker-Angriffen auf die französische Sendergruppe TV5Monde und die Regierungs-Website der Wallonie zusammenhänge.

"Wir versuchen, den Ursprung der Attacke festzustellen", sagte der Zeitungschef der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Um ein Übergreifen der Cyber-Attacke zu verhindern, habe "Le Soir" seine Internetseiten deaktiviert. Das interne Computersystem habe aber wiederhergestellt werden können. Die Zeitung werde am Montag wie gewohnt erscheinen, versicherte Hamann via Twitter. Seine Zeitung gehört zur Rossel-Gruppe, die mehrere Zeitungen herausgibt.

In der Nacht zum Donnerstag hatte ein großangelegter Hackerangriff den Sendebetrieb und die Internetseiten von TV5Monde stundenlang lahm gelegt. Zu dem Angriff bekannte sich die Jihadistenorganisation Islamischer Staat. Am Freitag griffen Hacker, die sich als tunesische Islamisten ausgaben, die Website der wallonischen Regierung an.

Die Gruppe namens Fallaga Team platzierte ein Propaganda-Video auf der Website, das mit dem Aufruf endete: "Zieht Eure Köpfe aus dem Sand, kämpft gegen Eure Führung, schließt Euch dem Widerstand an." Presseberichten zufolge hatte das Fallaga Team kurz nach den islamistischen Anschlägen in Paris, bei denen im Jänner 17 Menschen getötet worden waren, mehrere Hackerangriffe auf französische Einrichtungen verübt.

Belgien beteiligt sich an dem US-geführten Einsatz gegen IS im Irak und in Syrien. Im Februar kündigte Brüssel an, zusätzlich etwa 35 Armee-Ausbilder in den Irak zu schicken, um den Kampf gegen IS zu unterstützen. (APA, 13.4.2015)

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