Mutmaßlicher Räuber in Wien von U-Bahn erfasst

13. April 2015, 06:56
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Mann und Frau verletzt - U-Bahnbetrieb längere Zeit unterbrochen

Wien - Die Flucht eines mutmaßlichen Räubers hat am Montag in der Früh ein tragisches Ende genommen: Nachdem der Verdächtige in der Wiener U-Bahn-Station Kettenbrückengasse einer Frau die Handtasche geraubt hat, sprang der Verdächtige auf den Gleiskörper und lief in Richtung Karlsplatz. Er wurde von einem Zug erfasst und lebensgefährlich verletzt.

Der 26-jährige Mann soll am Stiegenabgang zu den Gleisen einer 62-Jährigen die Handtasche entrissen haben. Die 62-Jährige wehrte sich und hielt die Tasche fest. "Sie gab an, dass sie um Hilfe geschrien hat, aber dass ihr niemand geholfen hat", sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Es kam schließlich zu einem Gerangel, bis der Riemen riss, worauf die Frau stürzte und der Mann mit der Tasche flüchtete. Die Überfallene erlitt Prellungen und Abschürfungen.

Der 26-Jährige rannte auf den Bahnsteig, sprang, von Zeugen beobachtet, auf die Gleise und flüchtete Richtung Karlsplatz. Im Tunnel wurde er offenbar von einer am benachbarten Gleis Richtung Hütteldorf fahrenden U4-Garnitur erfasst. "Der Lokführer berichtete, er habe einen Knall gehört und angenommen, er sei über eine Eisenstange gefahren. Er hat sofort eine Notbremsung durchgeführt", sagte Eidenberger.

Mutmaßlicher Täter in Lebensgefahr

Der Lokführer fand den Mann rund 30 Meter hinter der U-Bahn mit schweren Kopfverletzungen auf den Gleisen. Es handelt sich um einen aus Algerien stammenden Asylwerber aus Traiskirchen. Auch die Handtasche wurde dort gefunden.

"Der Mann ist von der Wiener Berufsrettung an Ort und Stelle notfallmedizinisch versorgt und stabilisiert worden", sagte Sprecher Ronald Packert. "Danach ist er an den Wiener Rettungshubschrauber übergeben worden." Der "Christophorus 9" brachte den Mann ins Spital. Nach einer Notoperation wurde der 26-Jährige in künstlichen Tiefschlaf versetzt und war am Nachmittag laut dem behandelnden Krankenhaus zwar stabil, aber in Lebensgefahr. Gegen den Verdächtigen wurde eine Festnahme ausgesprochen.

Die Linie U4 war im Unfallbereich von etwa 5.20 Uhr bis 6.45 Uhr gesperrt. Es gab einen Schienenersatzverkehr mit Bussen. (APA, 13.4.2015)

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