Rapid steigt gegen Salzburg aus der Asche

12. April 2015, 20:46
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Wiener kommen im spannenden Schlager nach einem 0:3-Rückstand noch zu einem 3:3-Remis. Prosenik sorgt in der Nachspielzeit für den Ausgleich

Wien - "Es tut mir leid für die Mannschaft, meine rote Karte war die Wende, es war keine Absicht, aber ich denke, man kann sie geben." Also sprach Andreas Ulmer, der Salzburger, der aus Rapid-Sicht quasi "Man of the Match" gewesen war. Ulmers Ausschluss drehte eine Partie, die schon entschieden schien.

Da es Rapid fern liegt, goschert zu sein, und es speziell in einem Spiel gegen den finanziell wie fußballerisch übermächtigen Meister überhaupt keinen Grund für Übermut gibt, hatte sich Trainer Zoran Barisic für eine eher defensiv orientierte Grundformation entschieden. Kapitän Steffen Hofmann konnte beginnen, seine rechte Wade hatte das Zwicken vorerst eingestellt und ihr Okay gegeben. Brian Behrendt spielte erstmals seit seinem Mittefußknochenbruch im August des Vorjahrs, auch Dominik Wydra war dabei. Der zuletzt überzeugende Flügelflitzer Philipp Schobesberger zierte die Ersatzbank. Salzburgs Adi Hütter hatte ein Innenverteidigerproblem, aufgrund der Sperren von Martin Hinteregger und Ramalho bewachten Stefan Ilsanker und der 18-jährige Duje Caleta-Car, das Zentrum.

Salzburger Spaß

Weil Marathon war, wurde die Partie erst um 18 Uhr angepfiffen, immerhin 26.800 Zuschauer kamen ins Happel-Stadion. Da sie zu 97 Prozent Rapid zugetan waren, hatten sie ihr Kommen früh zu bereuen. 3. Minute: Marcel Sabitzer spielt Valon Berisha frei, der Norweger schlenzt den Ball aus rund 14 Metern zum 1:0 ins Netz. Die Salzburger hatten nun Spaß, dominierten, Rapid brachte gar nichts zustande. 18. Minute: Wieder bereitet Sabitzer vor, Jonatan Soriano triftt zum 2:0. Er war sein 24. Saisontreffer, der Spanier wird verdächtigt, Schützenkönig zu werden. Barisic ist auf der Bank verfallen. Er hatte mit einer hochklassigen Partie gerechnet, nur die Salzburger erfüllten die Erwartungen. So hat schnelles Umschaltspiel auszusehen.

32. Minute: Aus dem Vorbereiter Sabitzer wird der Vollstrecker Sabitzer, der Ex-Rapidler erhöht nach Pass von Soriano auf 3:0. Zuvor hatte Mario Pavelic zum wiederholten Male gepatzt. Der rechte Außenverteidiger war eine Vorgabe, allerdings waren seine Kollegen auch keine Lichtgestalten. Rapid erweckte fast Mitleid. Was in der 43. Minute Salzburgs Andreas Ulmer geritten hat, irgendwo im Mittelfeld mit gestreckten Beinen in Maximilian Hofmann zu rutschen, bleibt ein Rätsel. Referee Rene Eisner sorgte für Klarheit, er schloss Ulmer aus.

Rapids Ernst

Rapid war somit in der zweiten Halbzeit in Überzahl, Schobesberger kam für Wydra, Barisic hat sich korrigiert. Da Moral historisch zu den grünweißen Tugenden zählt, war das bisher Geschehene vergessen. Rapid spielte Fußball, wurde hochklassig. 51. Minute: Ein Konter, Florian Kainz setzt Robert Beric ein, der verkürzt mit seinem 20. Saisontor auf 1:3. Das war ein Signal für weitere Taten. 59. Minute, eine Kombination aus dem Lehrbuch: Stefan Schwab zu Beric, Beric zu Steffen Hofmann, der bedient Schobesberer, Schobesberger bedient Salzburg, 2:3.

Die bis zur 43. Minute so souveränen Gäste wankten. 80. Minute: Ausschluss Pavelic (gelbrot), Ende der Überzahl. 92. Minute: Salzburg fällt. Der eingewechselte Philipp Prosenik staubt tatsächlich noch zum 3:3 ab. 97 Prozent der Fans hatten ihr Kommen nicht bereut. Und Sabitzer sagte: "Rapid gegen Salzburg, das ist immer eine eigene Geschichte." (Christian Hackl, DER STANDARD, 13.4.2015)

Fußball-Bundesliga (28. Runde): SK Rapid Wien - Red Bull Salzburg 3:3 (0:3). Wien, Ernst-Happel-Stadion, 26.800 Zuschauer, SR Eisner.

Torfolge: 0:1 ( 3.) Berisha

0:2 (18.) Soriano

0:3 (32.) Sabitzer

1:3 (51.) Beric

2:3 (59.) Schobesberger

3:3 (92.) Prosenik

Rapid: Novota - Pavelic, Sonnleitner, M. Hofmann, Schrammel - Wydra (46. Schobesberger), Behrendt, Schwab - S. Hofmann (84. Prosenik), F. Kainz (93. Alar) - Beric

Salzburg: Gulacsi - Schmitz, Ilsanker (66. Gugganig), Caleta-Car, Ulmer - Lazaro, Ch. Leitgeb, Keita, Berisha (72. Bruno) - Soriano (76. Quaschner), Sabitzer

Rote Karte: Ulmer (43./Foulspiel)

Gelb-Rote Karte: Pavelic (80./wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: Sabitzer, Lazaro, Keita

  • Drei Mal jubeln.
    foto: apa/neubauer

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