Noch ist Sturm nicht dort, wo Sturm sein will

12. April 2015, 18:28
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Sturm Graz hat sich auf Platz drei in der Bundesliga verbessert. Aber Sturm will mehr, träumt von der Königsklasse

Graz - Ja, man kann sagen, Sturm hat einen Lauf. Mit konstant guten Leistungen haben sich die Grazer im Frühjahr auf Platz drei in der Bundesliga gekämpft. Der 5:0-Sieg am Samstag gegen den bisherigen Dritten, Altach, war sogar noch ein Ausreißer nach oben. Die Vorarlberger liegen, bei einem Spiel weniger, nun zwei Zähler hinter Sturm. Aber Sturm will nicht Dritter bleiben, am Ende lieber Zweiter werden. Erster, so realistisch ist man in Graz, wird eher schwierig. Aber der zweite Platz ist kein Verliererplatz, qualifiziert für die Qualifikation für die Champions League. Im August 2011 hatte Sturm zuletzt diese Chance, man scheiterte knapp an BATE Borisow. "Wir wollen unbedingt Zweiter werden", sagte Thorsten Schick, der den Sieg am Samstag in der UPC-Arena mit dem früher Treffer zum 1:0 eingeleitet hatte. Goalie Christian Gratzei sagt: "Platz zwei ist realistisch. Wir sind auf einem guten Weg, haben noch acht Endspiele, die müssen wir positiv bestreiten."

Mit dem Auftritt am Samstag haben die Grazer das durch sechs Siege in den jüngsten sieben Spielen ohnehin schon vorhandene Selbstvertrauen noch gestärkt. "Die Mannschaft hat sich gut bewegt, viel rochiert im letzten Drittel und auch im Spiel gegen den Ball sofort auf Defensive umgeschaltet", sagte Sturm-Trainer Franco Foda. Seit dessen Amtsantritt Ende September 2014 haben die Steirer 35 von 54 möglichen Punkten geholt und waren in diesem Zeitrahmen vor dem Sonntagsspiel (nach Blattschluss) zwei Zähler vor Salzburg und Rapid die Nummer eins in der Liga.

Diese Schalker Leihgabe

Eine tolle Talentprobe lieferten am Samstag Sandi Lovric und Andreas Gruber ab. Der 17-jährige Lovric rückte erstmals und kurzfristig in die Startformation auf, nachdem sich Anel Hadzic beim Aufwärmen verletzt hatte. "Sandi hat diese Woche überragend trainiert, und er hat seine Sache sehr gut gemacht", lobte Foda den ÖFB-Nachwuchs-Teamspieler. Der 19-jährige Gruber wurde noch vor der Pause für den verletzten Marko Stankovic eingetauscht und sorgte nach dem Seitenwechsel mit seinen ersten beiden Ligatoren für den Schlusspunkt. "Ich bin überglücklich, werde jetzt aber nicht abheben, sondern auf dem Boden bleiben und im Training weiter 100 Prozent geben."

Ein Erfolgsgarant der Grazer war zudem Donis Avdijaj. Der 18-jährige Leihspieler von Schalke 04 traf im dritten Spiel in Folge, lieferte zudem zwei Torvorlagen. "Jeder Spieler inklusive der Wechselspieler ist ein Buchstabe vom Alphabet", sagte der Deutsche, die mannschaftliche Geschlossenheit meinend. Foda sagte: "In einer Saison brauchst du alle Spieler. Jeder, der reinkommt, muss alles abrufen, alle 20 Spieler müssen in die gleiche Richtung denken."

Torwartfragen

In seiner Startformation ist am Samstag ein Platz frei geworden. Stankovic erlitt einen Kreuzbandriss im linken Knie. Er wird rund ein halbes Jahr lang ausfallen. Es ist die erste wirklich schlimme Verletzung für den Offensivspieler. Hadzic wird hingegen bald wieder zur Verfügung stehen, bei ihm hatten Oberschenkelprobleme einen Einsatz verhindert. Indes hat sich Sturm auf dem Transfermarkt betätigt, Tormann Michael Esser ab kommender Saison verpflichtet.

Der Deutsche ist derzeit bei VfL Bochum engagiert, bei den Steirern erhält er einen Dreijahresvertrag plus Option auf ein weiteres Jahr. Der Vertrag der 27-jährigen Nummer eins beim deutschen Zweitligisten läuft im Sommer aus. Auch Sturms derzeitige Nummer eins Christian Gratzei steht, dem Verein zufolge, vor einer Vertragsverlängerung. (APA, red, DER STANDARD, 13.4.2015)

  • Nein, das ist keine Meisterfeier. Aber ein bisschen meisterlich feierten die Fußballer des SK Sturm Graz am Samstag in der UPC-Arena. Mit 5:0 hatten sie den Tabellennachbarn aus Altach zuvor deklassiert und vorerst des dritten Platzes in der Tabelle verwiesen.
    foto: apa/scheriau

    Nein, das ist keine Meisterfeier. Aber ein bisschen meisterlich feierten die Fußballer des SK Sturm Graz am Samstag in der UPC-Arena. Mit 5:0 hatten sie den Tabellennachbarn aus Altach zuvor deklassiert und vorerst des dritten Platzes in der Tabelle verwiesen.

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