Unirätinnen schockiert über Busek

13. April 2015, 05:34
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Med-Uni Wien: Kritik an "Diskreditierung" eines Kandidaten durch Ratsvorsitzenden

Wien - Es sind starke Worte, die Edeltraud Stiftinger, Uniratsvorsitzende der Veterinärmedizinischen Universität Wien, und Silvia Angelo, Mitglied des WU-Unirates, in ihrem offenen Brief an Erhard Busek finden. In dem Brief, der dem STANDARD vorliegt, heißt es: Sie seien "schockiert", dass dieser im laufenden Meinungsbildungsprozess öffentlich zu einzelnen Bewerbern für den Posten des Med-Uni-Wien-Rektors Stellung beziehe. Seine Äußerungen seien "persönliche, bis hin zu rufschädigende Wertungen und Andeutungen". Busek habe "sowohl dem Bestellungsverfahren als auch dem Ansehen aller UniversitätsrätInnen geschadet und deren Kompetenz zur Durchführung eines sorgfältigen, objektiven und sachlichen Verfahrens in Frage gestellt".

Wie berichtet, ist die Kür eines Nachfolgers für den im September scheidenden Med-Uni-Wien-Rektor Wolfgang Schütz von internen Querelen überschattet. Senat und Unirat stritten über die Auswahl der Kandidaten für das Hearing, das am kommenden Dienstag startet. Busek selbst sagte unter anderem zum STANDARD, er habe noch nie so viele Interventionen von allen Seiten bei einem Bestellvorgang erlebt. Im Kurier legte er noch nach: Er sprach dem einzigen externen Kandidaten, der in engerer Wahl ist, Michael Stampfer, die Eignung zum Med-Uni-Wien-Rektor ab. Stampfer, der seit Jahren den Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds WWTF leitet, komme als Leiter des medizinischen Aushängeschilds der Republik nicht infrage.

Diese Aussage empörte Buseks Uniratskolleginnen Stiftinger und Angelo. Busek leite auch die Findungskommission, in dieser Eigenschaft hätte er Stampfer, wenn er dieser Meinung sei, bereits im Vorfeld als Kandidaten ausschließen können, argumentiert Stiftinger: "Wenn er sich in seiner Position öffentlich äußert, hat das in jedem Falle negativen Einfluss auf das Verfahren." Angelo legt nach: "Busek hat der Institution Unirat einen schweren Schaden zugefügt." Die Öffentlichkeit könne glauben, diese Institution sei nicht zur Durchführung eines fairen Verfahrens imstande.

Wie berichtet, sind neben Stampfer auch die bisherige Vizerektorin Karin Gutiérrez-Lobos, Forschungsvizerektor Markus Müller sowie einige AKH-Klinikchefs im Rennen. Die Entscheidung muss relativ rasch fallen - Schütz geht im September in Pension. (Petra Stuiber, DER STANDARD, 13.4.2015)

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