Berlusconi-Sender macht neues Kaufangebot für Rai Way

12. April 2015, 15:14
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Gerangel um Italiens Sendetürme - Ei Towers will sich mit 40 Prozent an Rai Way beteiligen

Rom/Mailand - Ei Towers, Tochter der Mediengruppe Mediaset, die wiederum dem italienischen Ex-Premier Silvio Berlusconi gehört, hat ein neues öffentliches Kaufangebot für die börsennotierte RAI-Tochter Rai Way gemacht, in welche die Infrastruktur und Anlagen der RAI zur TV-Übertragung ausgelagert wurden. Ei Towers will sich mit 40 Prozent an Rai Way begnügen.

Im Februar hatte Ei Towers ein Angebot für die 66,7-prozentige Mehrheit an der börsennotierten Rai Way vorgelegt. RAI hatte jedoch vor zehn Tagen das Kaufangebot mit der Begründung abgelehnt, sie wolle ihre 51-prozentige Mehrheit an Ei Towers behalten. Daher reichte Mediaset jetzt ein neues Angebot ein.

Da bereits ein 35 Prozent der Rai Way an der Börse notiert sind, müsste Ei Towers RAI überzeugen, lediglich einen fünfprozentigen Anteil an Rai Way zu verkaufen. In diesem Fall würde Rai Way von der Börse genommen werden. Ziel des Kaufangebots sei es, eine gesamtstaatliche Infrastruktur für die TV-Ausstrahlung aufzubauen, so die Mediaset-Gruppe, die 40 Prozent an Ei Towers hält. Gegen die Übernahme haben sich sowohl das Wirtschaftsministerium als auch die Kartellbehörde geäußert, die infolge der Übernahme Probleme für die Konkurrenz befürchtet.

2.300 TV-Sendetürme

Die seit November an der Mailänder Börse notierte Rai Way besitzt 2.300 TV-Sendetürme und will ihre Führungsposition im Bereich Breitbanddienstleistungen ausbauen. Dank neuer Angebote will die Gesellschaft im Bereich Tower-Hosting für Mobilfunkbetreiber und Broadcaster punkten und auch im Ausland expandieren. Das Unternehmen plant eine Steigerung seiner Effizienz und Liquidität.

In Italien ist derzeit ein zähes Duell um die Kontrolle der Sendemasten für Fernsehen und Telekommunikation im Gange. Der von der russischen Vimpelcom kontrollierte italienische Mobilfunkkonzern Wind hat Anfang März der spanischen Gruppe Abertis 7.377 Sendemasten in Italien verkauft. Der Deal umfasst einen Wert von 693 Mio. Euro. Wind verkauft Abertis einen 90-prozentigen Anteil an der Tochter Galata, die die Sendemasten verwaltet. Der Telekom-Konzern wird einen zehnprozentigen Anteil behalten. Die Einnahmen sollen die Verschuldung von Wind eindämmen, teilte das Unternehmen mit.

Telecom Italia hat unterdessen den Börsengang ihrer Tochtergesellschaft Inwit beschlossen, die 11.500 Sendemasten verwaltet. Der Konzern ist der einzige Aktionär Inwits und will auch nach dem Börsengang die Mehrheit an der Tochter behalten. Telecom Italia wird voraussichtlich im Juni einen 40-prozentigen Anteil an Inwit an die Börse bringen. Der Wert der Tochter liegt bei 1,7 Mrd. Euro. (APA, 12.4.2015)

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