Riad: Mehr als 500 Huthi-Rebellen im Jemen getötet

12. April 2015, 17:11
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Drei saudi-arabische Offiziere getötet – Weitere Hilfslieferungen eingetroffen

Sanaa – Seit Beginn der Luftangriffe der arabischen Militärallianz im Jemen Ende März sind nach Angaben aus Riad mehr als 500 schiitische Huthi-Rebellen im Grenzgebiet getötet worden. Diese Zahlen nannte ein Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums am Samstag in Riad. Zugleich berichtete er über Gefechte im Grenzgebiet am Vortag, bei denen drei saudi-arabische Offiziere getötet und zwei weitere verletzt worden seien.

Milizionäre haben unterdessen in der Hafenstadt Aden nach eigenen Angaben zwei iranische Offiziere gefangen genommen, die die Huthi-Rebellen beraten haben. Der Oberst und der Hauptmann gehörten einer Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden an und seien am Samstag an verschiedenen Orten im Jemen gefasst worden, sagte ein Milizionär. Aus Teheran wurde die Entführung am Sonntag dementiert. Der Iran hat eine militärische Unterstützung der Rebellen immer bestritten. Auch die Huthis erklärten, es gebe keine Hilfe aus Teheran.

Die von Saudi-Arabien geführte arabische Militärallianz hatte am 26. März mit Luftangriffen gegen Stellungen der vorrückenden Houthi-Rebellen im Jemenbegonnen. Riad unterstützt den jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansour Hadi, der im Februar aus der Hauptstadt Sanaa fliehen musste und sich im März nach Riad absetzte, während der Iran den Huthis Hilfe leistet. Nach UN-Angaben wurden seit Mitte März fast 650 Menschen in dem Konflikt getötet.

Rotes Kreuz schickt Hilfslieferungen

In Sanaa konnte mittlerweile ein weiteres Flugzeug mit Hilfsgütern des Roten Kreuzes landen. Die Maschine habe am Samstag 32 Tonnen medizinische Hilfsgüter sowie Stromgeneratoren, Zelte und Ausrüstung zur Wasseraufbereitung gebracht, sagte eine IKRK-Sprecherin.

Die Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Marie-Claire Feghali, sagte, die ersten Hilfslieferungen würden den aktuellen Bedarf decken. Sollte der Krieg wie bisher weitergehen, würden jedoch weitere Lieferungen benötigt. Von Sanaa würden nun erste Hilfsgüter nach Aden im Süden des Landes gebracht. Es liefen Gespräche mit den Konfliktparteien, um die Schaffung eines sicheren Korridors für weitere Hilfstransporte zu ermöglichen.

Erste Flugzeuge des Roten Kreuzes und des UN-Kinderhilfswerks UNICEF waren am Freitag mit jeweils 16 Tonnen Medikamenten an Bord in Sanaa eingetroffen. Wegen der Kämpfe ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung immer schwieriger. Sowohl beim medizinischen Personal als auch bei Medikamenten gibt es Engpässe. Teilweise gehen auch Nahrungsmittel, Wasser und Benzin zur Neige. Am Freitag forderte die UNO daher eine "sofortige humanitäre Kampfpause".

Frankreich unterstützt "legitimen Präsidenten" Hadi

Am Samstagabend wurde der französische Außenminister Laurent Fabius in Riad erwartet, um über die Lage im Jemen zu sprechen. Vor dem Besuch bekräftigte Fabius die Solidarität Frankreichs mit dem "legitimen Präsidenten" Hadi. Das pakistanische Parlament stimmte unterdessen am Freitag gegen eine Beteiligung an der Militärkoalition und forderte die Regierung auf, sich für eine friedliche Lösung des Konflikts im Jemen einzusetzen.

Während sich die Huthi-Rebellen mit Anhängern des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh in der Armee verbündet haben, wird Hadi von anderen Teilen der Armee sowie sunnitischen Stammesmilizen unterstützt. Als die Rebellen im März auf die südliche Hafenstadt Aden vorrückten, in der Präsident Hadi Zuflucht gesucht hatte, floh dieser weiter nach Riad und bat Saudi-Arabien um militärische Unterstützung. (APA, 11.4.2015)

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