Die Rückkehr der Sieger

11. April 2015, 09:33
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Anna Hahner und Getu Feleke haben im Vorjahr in Wien gewonnen. Auch am Sonntag gelten die Deutsche und der Äthiopier als Kandidaten für Spitzenplätze

Wien - "Alles ist gut für mich in Wien", sagt Getu Feleke. Also ist er wiedergekommen. Das sei eine leichte Entscheidung gewesen. Im Vorjahr hat der Äthiopier (28) den Vienna City Marathon gewonnen. In der Streckenrekordzeit von 2:05:41 Stunden. Für heuer hat er sich wieder viel vorgenommen. "Ich will persönliche Bestzeit laufen - wenn das Wetter gut ist." Felekes Bestmarke steht bei 2:04:50. Zur Startzeit, Sonntag, 9 Uhr, soll es schon 15 Grad haben. Für einen Marathon eher warm. Feleke sagt: "Warme Temperaturen sind gut für mich."

Anna Hahner hat an Wien ähnlich gute Erinnerungen wie Feleke. "Es war ein cooles Gefühl, wieder in Wien zu landen", sagt sie. 2014 gewann die Deutsche überraschend, heuer wäre ein Sieg der 25-Jährigen keine Sensation. "Reigning Champion", sagt sie, "hört sich so cool an." Sie wollte unbedingt die Gelegenheit nutzen, mit der Startnummer "F1" zu laufen.

Caroline Chepkwonys Erinnerungen an den Wien-Marathon 2014 sind nicht ganz so gut. Sie ist trotzdem wiedergekommen. Den Sieg vor Augen, brach die Kenianerin damals kurz vor Schluss mit Magenproblemen ein. Sie wurde Zweite. Heuer ist sie wohl die erste Herausforderin der Vorjahressiegerin.

Die Äthiopierin Fate Tola, Wien-Siegerin 2011 und 2012, läuft am Sonntag ihren ersten Marathon seit der Geburt ihrer 14 Monate alten Tochter. Für einen Spitzenplatz kommen zudem die Japanerin Noriku Higuchi und die Schweizerin Maja Neuenschwander infrage. Das Frauenfeld sei nicht absolute Spitze, sagt Athletenkoordinator Mark Milde, dafür könnte das Rennen ein Spannendes werden. Den Streckenrekord (2:23:47) hält die Italienerin Maura Viceconte seit 15 Jahren. Er wird den Sonntag vermutlich überleben. Bei den Herren, sagt Milde, stehe die Chance auf eine neue Bestzeit bei der 32. Ausgabe des Vienna City Marathons "50:50" . Außer Feleke kommt dafür eher niemand infrage. Milde: "Das Feld ist nicht ganz so breit aufgestellt wie in den vergangenen Jahren." Es sei ein bisschen auf Feleke zugespitzt.

"Er nimmt einen Großteil des Budgets in Anspruch, da bleibt nicht mehr so viel für andere", sagt der Deutsche. Sissay Lemma ist sich trotzdem ausgegangen. Der 24-jährige Äthiopier läuft erst seinen sechsten Marathon, seine Bestmarke steht bei 2:07:06. Vielleicht nur bis Sonntag. "Die Form ist gut", sagt er. Duncan Koech (34) aus Kenia wollte schon im Vorjahr in Wien persönliche Bestzeit laufen. Er scheiterte, will es wieder versuchen. Mit 2:07:52 wäre der Versuch geglückt. "Marathon ist meine Passion", sagt er. Mit Halbmarathons hält er sich nicht auf. Beraki Beyene aus Eritrea und Siraj Gena (Äthiopien) könnten, glaubt Milde, am Sonntag ebenfalls in der Spitzengruppe mitlaufen.

Bei Anna Hahner ist davon auszugehen. Die Tage bis zum Rennen in Wien hat sie unter anderem damit verbracht, die Kulinarik ("Apfelstrudel, Kaiserschmarrn, Sachertorte") und die Sehenswürdigkeiten ("Schönbrunn") der Stadt zu erleben. Und die Übertragung des Vorjahresrennens hat sie sich in voller Länge noch einmal angesehen. "Ich mag Filme mit Happy End." (Birgit Riezinger, DER STANDARD, 11.4.2015)

  • Anna Hahner strebt ihren zweiten Sieg in Wien an.
    foto: apa/pfarrhofer

    Anna Hahner strebt ihren zweiten Sieg in Wien an.

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