Paris: Hacker veröffentlichten keine vertraulichen Militärdokumente

10. April 2015, 18:01
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Cyber-Jihadisten bedrohten bei Angriff auf TV5Monde Soldaten

Bei ihrer Hacker-Attacke gegen den Sender TV5Monde haben die mutmaßlich islamistischen Angreifer nach Angaben der französischen Regierung keine vertraulichen Militärdokumente veröffentlicht. Dies sei das Ergebnis einer Untersuchung aller Dokumente, die von den Jihadisten auf gekaperte Internet-Seiten von TV5Monde gestellt worden waren, erklärte das Verteidigungsministerium am Freitag in Paris.

"Keines dieser Dokumente nennt die Identität von französischen Militärs und auch nicht ihrer Familienangehörigen", hieß es. Durch einen großangelegten Hacker-Angriff hatten die Jihadisten, die Drohungen der Organisation Islamischer Staat (IS) verbreiteten, den Sender von Mittwoch auf Donnerstag stundenlang lahmgelegt. Auch die Internet-Auftritte des Senders wurden gekapert. Auf der Facebook-Seite von TV5Monde wurden Dokumente veröffentlicht, bei denen es sich um Ausweise und Lebensläufe von Familienmitgliedern von französischen Militärangehörigen handeln sollte, die an Einsätzen gegen den IS beteiligt sind. Gegen sie wurden Drohungen ausgesprochen.

Sendebetrieb

TV5Monde hatte seinen vollen Sendebetrieb erst am Donnerstagabend gegen 18.00 Uhr wiederherstellen können, mehr als 20 Stunden nach der Hacker-Attacke. Die französische Regierung ging von einem "Terrorakt" aus und rief andere Medien zur "Wachsamkeit" auf, denn ähnliche Angriffe seien nicht ausgeschlossen. In Teilen Frankreichs gilt seit der islamistischen Anschlagsserie von Paris im Jänner immer noch die höchste Terrorwarnstufe.

Das Verteidigungsministerium rief zudem am Freitag alle Militärangehörigen zur "Wachsamkeit" bei der Nutzung von Internet und sozialen Netzwerken auf. Seit Monaten sind französische Soldaten bereits aufgefordert, bei persönlichen Informationen im Internet besonders vorsichtig zu sein. (APA, 10.4. 2015)

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